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Seemännische Nr. 5

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Version vom 27. Februar 2026, 14:59 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Funktion Seemännische Nr. 5 (Gefechts- und Rollennummer)
In der Bordorganisation der Reichsmarine und Kriegsmarine bezeichnete die Seemännische Nr. 5 eine exakt definierte Position innerhalb einer Geschützbedienung oder einer Gefechtsrolle. Diese Nummerierung war das Fundament der militärischen Effizienz; sie legte für jedes Besatzungsmitglied unmissverständlich fest, welcher Handgriff im Einsatzfall – insbesondere unter Gefechtsstress – auszuführen war. Auf den räumlich beengten U-Booten war die Nr. 5 ein kritisches Glied in der Kette zwischen Munitionslast und Rohr, das blindes Verständnis der Abläufe erforderte.
Aufgaben und Funktionen
Artillerie-Rolle: Bei der Deckskanone (8,8-cm oder 10,5-cm SK) fungierte die Nr. 5 primär als 1. Munitionsschütze oder spezialisierter Zündersteller.
Tätigkeit: Entgegennahme der Granaten von den Schleppern (Nr. 6+), Einstellen der Zünderwerte und Weitergabe der schussfertigen Patrone an den Ladeschützen (Nr. 4).
Flak-Rolle: Verantwortlich für das Klarhalten der Munitionsrahmen oder den schnellen Austausch der Magazine an der 2-cm- oder 3,7-cm-Flak im „Wintergarten“.
Seemännisch: Feste Zuordnung bei Manövern (An- und Ablegen) an Deck, beispielsweise als verantwortlicher Leinenführer oder Bediener einer spezifischen Winde.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Gefechtsstation: Aufgrund der kleinen Besatzungsstärke war die Nr. 5 oft doppelt besetzt; sie musste im Alarmfall simultan die Munitionsausgabe aus den engen Lasten koordinieren.
Ausbildung: Drill in den Schiffsstammabteilungen auf alle Nummern (1 bis 6), um bei personellen Ausfällen durch Splitterwirkung oder Überbordgehen sofort einspringen zu können.
Spezifik: Die Nr. 5 war auf U-Booten besonders für die Dichtigkeit der Munitionsschutzhauben verantwortlich, um die Einsatzfähigkeit der Patronen nach dem Auftauchen zu garantieren.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RHD 18 M.Dv. 200 (Bordordnung für Kriegsschiffe): Zentrale Vorschrift zur Definition der Aufgabenverteilung für die einzelnen Nummern der Geschützbedienungen.
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentation der Schießbucheinträge und Ausbildungstests mit spezifischen Bewertungen für die Funktion als Munitionsnummer oder Zündersteller.
BArch RM 98 U-Boote der Kriegsmarine: Enthält die originalen Rollenlisten der Boote mit der namentlichen Zuweisung der Soldaten zu ihren jeweiligen Gefechtsnummern.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Bordorganisation: Gefechtsrollen und personelle Struktur).
M.Dv. 170 "Artillerie-Vorschrift für die Kriegsmarine" (Detaillierte Handlungsanweisungen für die Munitionsnummern an Deckskanonen).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Hilfsschiffe" (Kontext zur personellen Besetzung der Artillerie- und Flakstationen).
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