Aktionen

1. Artillerieoffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 28. Februar 2026, 10:01 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dienststellung 1. Artillerieoffizier (I AO)
In der Hierarchie der Kriegsmarine war der 1. Artillerieoffizier (I AO) der verantwortliche Fachoffizier für die gesamte schwere Bewaffnung und Feuerleitung an Bord größerer Überwassereinheiten. Er koordinierte den Einsatz der Hauptartillerie vom obersten Gefechtsstand aus und trug die Gesamtverantwortung für die technische Einsatzbereitschaft der Geschütze, Richtgeräte und Munitionskammern. Obwohl diese spezifische Dienststellung auf U-Booten nicht existierte, bildeten ehemalige I AOs einen wichtigen Personalpool für künftige U-Boot-Kommandanten, die ihre fundierte Expertise in Ballistik und Gefechtsführung in die Ausbildung der U-Boot-Waffe einbrachten.
Aufgaben und Verantwortung
Feuerleitung: Taktische Leitung und Durchführung des Feuerkampfes der schweren Artillerie; Zielzuweisung und Kontrolle der Einschläge vom Hauptleitstand aus.
Technik & Wartung: Aufsicht über den technischen Zustand der schweren Geschütze und Richtoptiken; Sicherstellung der vorschriftsmäßigen Lagerung und Zufuhr der Munition.
Ausbildung: Koordination der Fachausbildung des gesamten Artilleriepersonals, insbesondere der Geschützbedienungen und Spezialisten für das Entfernungsmesswesen.
Gefechtsrolle: Direkte Unterstellung unter den Kommandanten; Führung der artilleristischen Abteilungen und Kooperation mit untergeordneten Artillerieoffizieren (z. B. II AO für Flak).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalpool: Viele spätere U-Boot-Kommandanten sammelten als I AO auf „Dickschiffen“ erste Führungserfahrung, bevor sie in die U-Lehrdivisionen (ULD) oder KLAs wechselten.
Schiffsartillerieschule: Die Ausbildung an der SAS in Kiel-Wik bildete die Basis für das Personal der U-Boot-Flak und Deckgeschütze, was eine enge technische Verzahnung sicherstellte.
Technischer Transfer: Wissensaustausch bei der Entwicklung von Feuerleitsystemen und Optiken, insbesondere bei der Verstärkung der Flak-Bewaffnung auf U-Booten ab 1943.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis für erfahrene Artillerieoffiziere und deren Werdegänge von schweren Einheiten hin zur U-Boot-Waffe.
BArch RM 92 Kriegstagebücher schwerer Einheiten: Dokumentiert die namentliche Zuweisung der I AOs und deren Gefechtsberichte bei Artillerieduellen.
BArch RHD 18 M.Dv. 32 (Personalordnung): Regelt die Qualifikationsanforderungen und die fachliche Laufbahn für Offiziere im artilleristischen Dienst.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Bordorganisation: Das Artilleriewesen auf schwimmenden Einheiten).
Schlicht / Angolia „Die deutsche Wehrmacht - Band 2: Die Kriegsmarine“ (Details zur Laufbahn, Ausbildung und Kennzeichnung der Artillerieoffiziere).
M.Dv. 200 „Bordordnung für die Kriegsmarine“ (Definition der Befugnisse des I AO).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132