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| Befehlsstelle
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Befehlshaber der Sicherung der Ostsee (B.S.O.)
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| Die Dienststelle des Befehlshabers der Sicherung der Ostsee wurde am 01.10.1937 gebildet, nachdem der 2. Admiral der Ostsee die Mob-Vorarbeit geleistet hatte. Truppendienstlich dem Stationskommando Ostsee unterstellt, sicherte der B.S.O. das gesamte Küstenvorfeld. Das Stabsquartier befand sich auf Schiffen wie der Meteor, Rugard oder Reiher und wechselte zwischen Kiel, Swinemünde und dänischen Häfen (Aalborg, Kopenhagen). Mit Kriegsbeginn wurden ihm Minensuch- und Vorpostenverbände unterstellt. 1940 erfolgte eine kurzzeitige Umbenennung des Stabes in B.S. West (Frankreich), woraufhin in Aalborg ein neuer B.S.O.-Stab formiert wurde. Zu den Kernaufgaben gehörten die U-Boot-Jagd, das Einrichten von Zwangswegen, die Geleitsicherung nach Norwegen und der Minenschutz. Nach einer Erweiterung des Bereichs bis Memel (1943) und der Unterstellung der 1.-10. Sicherungsflottille sank die operative Bedeutung 1944 durch Kompetenzverlagerungen. Am 30.11.1944 wurde der Stab aufgelöst und in die 10. Sicherungs-Division überführt.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Mob-Phase: |
Vorbereitung ab Mitte der 30er Jahre durch den 2. Admiral der Ostsee; offizielle Indienststellung des Stabes im Oktober 1937.
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| Stabsquartiere: |
Hochmobile Führung von Bord aus: Vermessungsschiff Meteor, ab 1940 Rugard, ab 1942 Reiher; Landstützpunkte in Kiel, Swinemünde und Utrecht.
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| Umgliederung: |
1940 Teilung der Kompetenzen: Alter Stab verlegt nach Westen (B.S. West); Neuaufstellung in Aalborg unter Einbeziehung des Führers der Vorpostenboote Ost.
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| Ende 1944: |
Auflösung des B.S.O.-Stabes zum 30.11.1944; Übernahme der Funktionen durch den Kommandeur der neu gebildeten 10. Sicherungs-Division.
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| Spezifische operative Details
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| Zwangswegesystem: |
Akribische Vermessung und Räumung von minenfreien Korridoren (Zwangswegen), um den Schiffsverkehr trotz massiver alliierter Luftminen-Einsätze aufrechtzuerhalten.
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| Skagerrak-Sperre: |
Strategische Überwachung und Instandhaltung der Minen-Flankensperren im Kattegat und Skagerrak zur Abriegelung der Ostsee gegen Eindringversuche.
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| U-Jagd-Schirm: |
Koordination spezialisierter U-Jagd-Gruppen im Bereich der dänischen Inseln zur Sicherung der eigenen Versorgungsrouten gegen sowjetische oder britische U-Boote.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Ausbildungs-Schutz: |
Garant für die Sicherheit der U-Boot-Übungsgebiete in der mittleren Ostsee; Freihalten der Tauchgebiete von feindlichen Minen und Störversuchen.
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| Transit-Geleit: |
Sicherung der Überführungsfahrten neuer U-Boote von den Werftplätzen (Danzig, Kiel) durch das Kattegat in Richtung der Frontbasen im Norden oder Westen.
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| Biografischer Marker: |
In den Personalunterlagen dokumentiert der B.S.O. eine Verwendung in den Kernbereichen der seekriegswichtigen Geleitsicherung.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 61 / [Nr.] |
Befehlshaber der Sicherung der Ostsee: Kriegstagebücher (KTB) des Stabes und der unterstellten Sicherungsflottillen (1937–1944).
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| BArch RM 7 / 2331 |
Seekriegsleitung: Akten zur operativen Unterstellung unter die Marinegruppenkommandos und zur Umbenennung in B.S. West 1940.
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| BArch RM 52 / [Nr.] |
Marineoberkommando Ostsee: Dokumente zur strategischen Erweiterung des Befehlsbereichs bis Memel und zur Bildung der 10. Sicherungs-Division.
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| Literaturverweise
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Organisation des B.S.O. und die Sicherung der Ostsee-Zugänge).
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| Tessin, Georg |
Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Sicherungsflottillen und Divisionen im Ostseeraum).
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| Harnack, Wolfgang |
Die Verteidigung der Küsten (Details zur taktischen Aufstellung der Vorposten- und Bewachungsverbände unter dem Kommando des B.S.O.).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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