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| Verband
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3. Schnellbootflottille
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| Die 3. Schnellbootflottille wurde am 15.05.1940 in Kiel aufgestellt und entwickelte sich zu einem der einsatzstärksten Verbände der Kriegsmarine. Unter der Führung von Friedrich Kemnade operierte sie zunächst im Kanal und vor der holländischen Küste, bevor sie 1941 am Unternehmen „Barbarossa“ in der östlichen Ostsee teilnahm. Im November 1941 erfolgte die strategische Verlegung über Rhein und Rhone ins Mittelmeer. Dort sicherte die Flottille von Stützpunkten wie Augusta, Derna und Bizerta den Nachschub für das Afrika-Korps und bekämpfte alliierte Geleitzüge (Operation Torch). Nach dem Verlust Nordafrikas verlegte der Verband nach Sizilien und schließlich in die Adria. Ab Oktober 1944 bildete sie den Kern der neu gegliederten 3. Schnellbootflottille (aus 3., 7. und 24. Flottille) und operierte bis Kriegsende von Basen wie Pola und Triest aus im adriatischen und ägäischen Raum.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Aufstellung: |
15.05.1940 in Kiel; Erstausrüstung mit den Booten S 10 bis S 13 sowie den Begleitschiffen Tsingtau und Adolf Lüderitz.
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| Mittelmeer-Transfer: |
Nov. 1941: Einzigartige Verlegung der Boote über das europäische Flussnetz (Rhein-Rhone-Kanal) zum Einsatzraum Mittelmeer.
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| Standorte: |
Kiel, Rotterdam, Boulogne, Pillau, Augusta, Derna, Bizerta, La Spezia, Venedig, Pola, Piräus.
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| Ende 1945: |
Einsatz bis zur Gesamtkapitulation im Mai 1945; administrative Auflösung in der Adria nach den Rückzugskämpfen vom Balkan.
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| Spezifische operative Details
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| Minenkrieg: |
Ab 1943 Schwerpunkt auf offensiven Minenunternehmen vor der tunesischen Küste und in der Straße von Sizilien zur Unterbindung des alliierten Nachschubs.
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| S 54-Klasse: |
Ab August 1940 Zulauf der moderneren Boote (S 54 bis S 60), die durch ihre Seefestigkeit besonders für die weiten Distanzen im Mittelmeer geeignet waren.
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| Unternehmen Beelzebub: |
Enge taktische Zusammenarbeit mit der 7. S-Flottille bei den heftigen Abwehrgefechten während der Räumung von Tunis im Mai 1943.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Taktik-Transfer: |
Viele S-Boot-Kommandanten wechselten aufgrund ihrer Erfahrung im Hochgeschwindigkeitsangriff und in der Nachtnavigation später zur U-Boot-Waffe (z.B. Crew 37a).
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| Hafenschutz: |
Die S-Boote der 3. Flottille sicherten in der Ägäis und Adria die Einlaufwege für U-Boote gegen feindliche Zerstörer und Schnellboote.
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| Biografischer Marker: |
In den Stammrollen markiert der Dienst in der 3. S-Flottille eine Verwendung in einem hochdekorierten Eliteverband der Küstensicherung.
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| Quellenverweise - | Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 71 / [Nr.] |
Schnellbootflottillen: Kriegstagebücher (KTB) der 3. S-Flottille mit detaillierten Gefechtsberichten aus dem Kanal, der Ostsee und dem Mittelmeer.
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| BArch RM 7 / 2331 |
Seekriegsleitung: Akten zur operativen Unterstellung unter das Marinekommando Italien und Berichte über die Flussverlegung 1941.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise für Offiziere wie Friedrich Kemnade mit Beurteilungen über die Führung des Verbandes in Nordafrika.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band 2, Kapitel zur Organisation der Schnellbootsverbände und deren Einsatzgebiete).
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| Hümmelchen, Gerhard |
Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg (Detaillierte Darstellung der Einsätze der 3. Flottille im Mittelmeerraum).
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| Kemnade, Friedrich |
Die 3. Schnellbootflottille (Erlebnisbericht des langjährigen Flottillenchefs über die Einsätze von 1940 bis 1943).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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