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Funklehrgang für Offiziere

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Dienststellung Funklehrgang für Offiziere
Der Funklehrgang für Offiziere war eine spezialisierte Ausbildung an den Nachrichtenschulen der Marine, insbesondere in Flensburg-Mürwik oder Aurich. Ziel war es, den angehenden Wachoffizieren und Kommandanten die notwendige Kompetenz in der taktischen Kommunikation und der Verschlüsselungstechnik zu vermitteln. Da U-Boote im Atlantik oft als Teil von Rudeltaktiken operierten, war die fehlerfreie Beherrschung des Funkverkehrs und der Schlüsselmaschine Enigma überlebenswichtig. Der Lehrgang behandelte nicht nur die technische Bedienung der Funkgeräte, sondern auch die Funkdisziplin, die Wellenkunde zur Vermeidung von Ortungen sowie die Auswertung von Funkpeilungen zur Standortbestimmung.
Aufgaben und Funktionen
Stellvertreter: Fachliche Aufsicht über das Funkpersonal; Sicherstellung der Betriebsbereitschaft der Funk- und Horchanlagen bei Ausfall des Spezialpersonals an Bord.
Innendienst: Überwachung der Funktagebücher und der ordnungsgemäßen Verwahrung der geheimen Verschlusssachen wie Schlüsselunterlagen und Kenngruppenhefte.
Personalführung: Ausbildung und Prüfung der Funkgastbereitschaft sowie Durchsetzung der strengen Funkstille zur Vermeidung der gegnerischen HF/DF-Peilung.
Gefechtsstation: Leitung der Nachrichtenübermittlung in der Zentrale; Ver- und Entschlüsselung von strategischen Befehlen des BdU sowie Abgabe von Sichtmeldungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungshärte: Die Sicherheit des Bootes hing von der Disziplin des Offiziers ab, Funkbefehle nur im Notfall abzusetzen, um dem Gegner keine Peilgrundlage zu bieten.
Spezial-Personal: Besonders Offiziere der Crews 37 bis 39a dienten oft in Funklehrgängen, um die notwendige nachrichtentechnische Sicherheit vor der Spezialisierung zu erlangen.
Taktische Schule: Die Ausbildung schulte die für U-Boot-Angriffe essentiellen Fähigkeiten in der Erfassung komplexer Lagebilder aus kurzen Funksprüchen unter Gefechtsdruck.
Quellen verweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 Nachrichtenschulen der Kriegsmarine: Dokumentation der Lehrgangspläne und Prüfungsordnungen für die funktechnische Ausbildung der Seeoffiziere.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis über Fachlehrgangszeugnisse zur Befähigung im Umgang mit Schlüsselmitteln und Funkgeräten durch den jeweiligen Offizier.
BArch RHD 18 M.Dv. 32: Offizielle Dienstvorschrift zur Regelung des Nachrichtendienstes und der Verantwortlichkeiten des Funkoffiziers auf Booten und kleineren Einheiten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945 (Band 2, Abschnitt Nachrichtenwesen: Organisation der Ausbildung und Funkaufklärung).
Giessler, Hellmuth Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst (Detaillierte Einblicke in die Verfahrenstechnik und Ausbildung der Offiziere).
Rössler, Eberhard Die deutsche U-Boot-Waffe (Standardwerk zur technischen Ausstattung und der Bedeutung der Funkführung im Seekrieg).
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