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Torpedo-Erprobungskommando

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Verband Torpedo-Erprobungskommando (TEK)
Das Torpedo-Erprobungskommando war die zentrale technische Instanz für die Entwicklung und Funktionsprüfung der deutschen Torpedowaffe. Es war verantwortlich für den sicheren und richtigen Betrieb der Torpedos sowie für die umfassende Erprobung neuer Modelle. Das Kommando stellte sicher, dass die komplexen Waffensysteme unter allen Einsatzbedingungen zuverlässig funktionierten, bevor sie an die Frontverbände ausgegeben wurden.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Das Kommando war eine der wichtigsten technischen Dienststellen der Kriegsmarine. Es unterstand fachlich der Torpedoinspektion und arbeitete eng mit den Herstellerwerften und den chemisch-physikalischen Versuchsanstalten zusammen.
Standort: Hauptstationierungsort war Kiel, eine Zweigstelle existierte in Gotenhafen (Gdynia). Im Jahr 1944 erfolgte die Verlegung des gesamten Kommandos nach Eckernförde, um die Erprobungen im dortigen Sperrgebiet zu konzentrieren.
Führung: Das Kommando wurde von erfahrenen Seeoffizieren wie Kapitän zur See Albert Scherf (1937–1940) und Korvettenkapitän Walter Flachsenberg (1944–1945) geführt. Die technische Leitung lag in den Händen spezialisierter Ingenieuroffiziere.
Ende 1945: Mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945 stellte das TEK seine Tätigkeit ein. Die technischen Unterlagen und Prototypen wurden größtenteils durch die Siegermächte zur Auswertung übernommen.
Spezifische Merkmale
Waffenerprobung: Durchführung von Schießversuchen zur Prüfung der Laufstabilität, Tiefe und Zündersicherheit (Aufschlag- und Magnetzünder) sowie Erprobung neuer Antriebsarten wie dem Elektro-Torpedo.
Fehleranalyse: Untersuchung von Versagern (z.B. während der Torpedokrise 1940) und Erarbeitung von technischen Lösungen zur Verbesserung der Treffsicherheit und Zuverlässigkeit im Gefecht.
Technische Leitung: Die ingenieurtechnische Expertise wurde durch Leiter wie Korvettenkapitän (Ing.) Walter Hespe sichergestellt, die für die Abnahme der technischen Komponenten und die Qualitätssicherung zuständig waren.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Schlagkraft: Die Arbeit des TEK war die Grundvoraussetzung für den Erfolg der U-Boot-Waffe, da nur ein technisch einwandfreier Torpedo die Versenkung gegnerischer Tonnage garantieren konnte.
Neue Waffensysteme: Das Kommando begleitete die Einführung revolutionärer Entwicklungen wie der akustischen Eigenlenkung (Zaunkönig) und der flächenabsucherenden Torpedos (FAT/LUT).
Ausbildung: Die Erkenntnisse des TEK flossen direkt in die Ausbildungsvorschriften für Torpedomechaniker und Torpedooffiziere auf Unterseebooten ein.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 25 Torpedoinspektion der Kriegsmarine: Akten über die Erprobungsberichte und Versuchsreihen des Torpedo-Erprobungskommandos (TEK).
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Torpedokrise und die technischen Maßnahmen des TEK zur Behebung von Zündungsfehlern.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Offizieren wie Max-Eckart Wolff und Frans Ferichs innerhalb der Kommando-Struktur.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard "Die Torpedos der deutschen U-Boote" (Entwicklung, Erprobung und Einsatz der Unterwasserwaffen).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Abschnitt Waffenwesen: Das Torpedo-Erprobungskommando).
Schubert, Peter "Die deutsche Torpedowaffe" (Technik, Werkstätten und Erprobungsstellen der Kriegsmarine).
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