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Bordflieger

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Dienststellung Bordflieger
Als Bordflieger wurden die fliegenden Besatzungen der Luftwaffe (Piloten, Beobachter, Bordmechaniker und Bordschützen) bezeichnet, die auf den Kriegsschiffen der Marine stationiert waren. Sie bildeten die organische Luftkomponente der Flotte und operierten mit Schwimmerflugzeugen von Katapulten aus. Ihre Hauptaufgaben waren die Fernaufklärung, die Artilleriebeobachtung für die schwere Schiffsartillerie sowie die Sicherung des Verbandes gegen feindliche U-Boote und leichte Seestreitkräfte.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Die Bordflieger waren organisatorisch Teil der Luftwaffe (Bordfliegergruppen), unterstanden jedoch während ihres Einsatzes an Bord taktisch dem Kommandanten des jeweiligen Kriegsschiffes.
Standort: Einsatz auf Schlachtschiffen (z. B. Bismarck, Tirpitz), Schweren Kreuzern und Hilfskreuzern. Die logistische Basis bildeten die Küstenfliegerhorste der Luftwaffe an Nord- und Ostsee.
Technik: Verwendung von Katapultflugzeugen wie der Arado Ar 196. Diese wurden mittels Pressluftkatapult gestartet und nach der Wasserlandung mit schiffseigenen Kränen wieder an Bord genommen.
Ende 1945: Mit dem Untergang oder der Internierung der großen Überwassereinheiten endete der operative Einsatz der Bordflieger; die verbliebenen Besatzungen wurden in andere Luftwaffenverbände eingegliedert.
Spezifische Merkmale
Fernaufklärung: Erweiterung des optischen Horizonts des Schiffes um hunderte Seemeilen zur frühzeitigen Identifizierung von feindlichen Geleitzügen oder Flottenverbänden.
Artilleriebeobachtung: Funkgesteuerte Korrektur der schweren Geschützsalven bei Seegefechten auf große Distanz, um die Treffgenauigkeit gegen bewegliche Ziele zu erhöhen.
Rettungsdienst: Einsatz zur Ortung und Rettung von Schiffbrüchigen in entlegenen Seegebieten, oft weit außerhalb der Reichweite landgestützter Flugzeuge.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Aufklärungshilfe: Bordflieger sichteten oft Ziele, die anschließend per Funk an das Hauptquartier gemeldet und zur Ansetzung von U-Boot-Gruppen genutzt wurden.
U-Jagd-Abwehr: Durch ständige Patrouillen im Umkreis des Mutterschiffes zwangen Bordflieger feindliche U-Boote zum Tauchen und erschwerten so deren Angriffsplanung massiv.
Zusammenarbeit: Gemeinsame Übungen zwischen Bordfliegern und U-Booten dienten der Verbesserung der Zielansprache und der Identifizierung eigener Einheiten aus der Luft.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 9 Verbände der Seeflieger der Luftwaffe: Kriegstagebücher und Personalunterlagen der Bordfliegerstaffeln 1939–1945.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über den Einsatz von Bordflugzeugen bei Flottenoperationen und Hilfskreuzer-Unternehmungen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Auszeichnungen und Verwendungen von Luftwaffenpersonal im Borddienst der Kriegsmarine.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Luftwaffe der Marine: Bordfliegerwesen).
Balke, Ulf „Die Bordfliegergruppe 196“ (Umfassende Dokumentation über Personal, Gerät und Einsätze).
Nowarra, Heinz J. „Die Arado Ar 196“ (Technische Details zum wichtigsten Einsatzgerät der Bordflieger).
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