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Kommandant in Ausbildung

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Dienststellung Kommandant in Ausbildung (KiA)
Als Kommandant in Ausbildung (KiA) wurden Seeoffiziere bezeichnet, die für die Führung eines eigenen Unterseebootes vorgesehen waren und hierzu die abschließende praktische Phase ihrer Qualifizierung durchliefen. Diese Phase folgte in der Regel auf den theoretischen Kommandantenlehrgang und den Kommandantenschießlehrgang. Während dieser Zeit waren die Offiziere zumeist auf einem Frontboot eingeschifft, um unter der Aufsicht eines erfahrenen Kommandanten eine Feindfahrt zu absolvieren ("Konfirmandenfahrt") oder führten ein Schulboot in der Ostsee, um ihre taktische und nautische Sicherheit zu festigen.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Fester Bestandteil der personellen Entwicklungslinie für U-Boot-Kommandanten; administrativ durch den Führer der Unterseebootsausbildung (F.d.U.A.) gesteuert.
Standort: Einsatz bei den Ausbildungsflottillen in der Ostsee (z.B. 21. oder 24. U-Flottille) oder als zusätzliche Wachoffiziere auf Frontbooten in den Atlantikstützpunkten.
Aufgabe: Übernahme der Schiffsführung unter Gefechtsbedingungen, Durchführung von Angriffsmanövern unter Aufsicht und Nachweis der Eignung zur eigenständigen Führung eines Kriegsschiffes.
Ende 1945: Mit der Einstellung des Ausbildungsbetriebs und der Kapitulation im Mai 1945 wurde die Dienststellung des Kommandanten in Ausbildung hinfällig.
Spezifische Merkmale
Konfirmandenfahrt: Einzigartiges Verfahren der U-Boot-Waffe, bei dem angehende Kommandanten als Gäste an Bord eines Frontbootes die Realität des Einsatzes vor der eigenen Kommandoübernahme kennenlernten.
Beurteilung: Der erfahrene Kommandant des Bootes erstellte nach Abschluss der Fahrt ein entscheidendes Gutachten über die Frontreife des Offiziers.
Verantwortungsübergang: Während der Ausbildung in der Ostsee führten KiA eigenständig Manöver durch, wobei die Gesamtverantwortung formell noch beim Flottillenchef oder Ausbildungsleiter lag.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Qualitätssicherung: Dieses Verfahren stellte sicher, dass nur charakterlich und fachlich gefestigte Offiziere die Verantwortung für Boot und Besatzung im Fronteinsatz erhielten.
Erfahrungstransfer: Die KiA profitierten direkt vom Wissen der „alten Hasen“, was die Lernkurve angesichts der steigenden alliierten Abwehrstärke massiv verkürzte.
Personalregeneration: Durch das KiA-System konnte der hohe Bedarf an Kommandanten für die zahlreichen Neubauten der Typen VII C und IX C kontinuierlich gedeckt werden.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Unterlagen über die Zuweisung von Kommandanten in Ausbildung zu den Frontflottillen.
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Berichte der Ausbildungsflottillen über die Leistungen der Offiziere während ihrer Kommandanten-Einfahrzeit.
BArch PERS 6 Personalakten: Einträge über die Kommandierung als KiA und die abschließende Ernennung zum U-Boot-Kommandanten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildungswesen: Die U-Boot-Kommandanten-Ausbildung).
Busch / Röll „Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten – Hinweise auf die Ausbildungsphasen).
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zur personellen Struktur und den Qualifikationswegen der Offiziere).
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