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| Dienststelle
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Inspektion des U-Bootswesens
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| Die Inspektion des U-Bootswesens (U.I.) war Ende 1918 die zentrale Abwicklungs- und Übergangsbehörde für die verbliebenen Reste der kaiserlichen U-Boot-Waffe. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne und während der laufenden Friedensverhandlungen von Versailles war sie für die Internierung, Auslieferung und schließliche Verschrottung der deutschen Unterseeboote verantwortlich. Gleichzeitig diente sie als administrative Sammelstelle für das verbliebene U-Boot-Personal und sicherte die wertvollen technischen Unterlagen sowie Einsatzerfahrungen des Ersten Weltkriegs für die spätere klandestine Weiterverwendung.
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| Entstehung, Funktion und Ende
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| Aufstellung: |
Ursprünglich 1914 als Teil der Inspektion des Torpedowesens etabliert, im Jahr 1919 als eigenständige Abwicklungsinstanz unter der Leitung des Reichsmarineamtes (später Admiralität).
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| Standort: |
Kiel. Die Dienststelle koordinierte von hier aus die Räumung der U-Boot-Stützpunkte und die Überführung der Boote nach Harwich (England) oder in deutsche Abwrackwerften.
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| Aufgabe: |
Überwachung der Entwaffnung, Katalogisierung des technischen Materials, Personalabwicklung und Durchführung der Bestimmungen der Waffenstillstandskommission.
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| Ende 1919: |
Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages und dem offiziellen Verbot für Deutschland, U-Boote zu besitzen oder zu bauen, wurde die Inspektion Ende 1919 formal aufgelöst.
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| Spezifische Merkmale
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| Abwicklung: |
Organisation der "Todesmärsche" der U-Boote zu den britischen Auslieferungshäfen unter Aufsicht der Alliierten Kontrollkommission (NIACC).
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| Archivierung: |
Sicherstellung von Kriegstagebüchern und Konstruktionsplänen vor dem Zugriff der Entente-Mächte zur Bewahrung des technologischen Know-hows.
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| Personalmanagement: |
Eingliederung bewährter U-Boot-Offiziere und Techniker in die neu entstehende Vorläufige Reichsmarine oder deren Entlassung in das Zivilleben.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Traditionspflege: |
Die Inspektion bildete 1919 die Brücke zwischen der kaiserlichen Flotte und dem späteren geheimen Wiederaufbau der U-Boot-Waffe in den 1920er Jahren.
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| Know-how-Transfer: |
Ehemalige Angehörige der Inspektion bildeten den Kern der Ingenieurskantoor voor Scheepsbouw (IvS) in den Niederlanden.
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| Dokumentation: |
Erstellung der ersten fundierten Verlustanalysen und Schusswertstatistiken, die als Grundlage für die künftige taktische Ausbildung dienten.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 3 |
Reichsmarineamt: Akten über die Abwicklung der U-Boot-Inspektion und die Bestimmungen der Waffenstillstandskommission.
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| BArch RM 2 |
Admiralstab der Marine: Unterlagen zur personellen Reduzierung der U-Boot-Waffe im Jahr 1919.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Offizieren in der Abwicklungsstelle der U.I. nach Kriegsende.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Historischer Rückblick: Die Zeit nach 1918).
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| Rössler, Eberhard |
„Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zum Schicksal der Boote und der Behörden nach 1918).
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| Herzog, Bodo |
„Deutsche U-Boote 1906–1966“ (Statistiken zur Auslieferung und zum Verbleib der kaiserlichen Flotte).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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