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Wehrkreiskommando I

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Dienststelle Wehrkreiskommando I (Königsberg)
Das Wehrkreiskommando I war die oberste militärische Verwaltungs- und Befehlsinstanz für den Wehrkreis I, der die Provinz Ostpreußen umfasste. Mit Sitz in Königsberg war es für die Rekrutierung, Ausbildung und Mobilisierung aller Wehrmachtsteile in diesem strategisch exponierten Raum verantwortlich. Für die Kriegsmarine war das Wehrkreiskommando I ein entscheidender Partner bei der Personalgestellung für die Marinestützpunkte Pillau und Gotenhafen sowie bei der Koordination der landseitigen Verteidigung und Logistik im ostpreußischen Küstengebiet.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Bestehende Struktur seit der Reichswehrzeit; mit der Aufrüstung ab 1935 massiv erweitert und nach 1939 für die besetzten Gebiete (Bezirk Bialystok) zuständig.
Standort: Königsberg (Pr.). Die Dienststelle koordinierte die Wehrersatzinspektionen und die Zusammenarbeit mit dem Marineoberkommando Ostsee.
Aufgabe: Erfassung der Wehrpflichtigen, Durchführung der Einberufungen, Organisation des rückwärtigen Militärwesens und Verwaltung der Truppenübungsplätze.
Ende 1945: Mit der Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee im Frühjahr 1945 und der anschließenden Kapitulation im Mai 1945 wurde das Wehrkreiskommando aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Rekrutierung: Bereitstellung von personellem Ersatz für die im Wehrkreis I dislozierten Schiffsstammabteilungen der Kriegsmarine.
Koordination: Enger Austausch mit dem Küstenbefehlshaber östliche Ostsee zur Sicherstellung der logistischen Infrastruktur in den Häfen.
Verteidigung: Planung und Durchführung der Verteidigungsmaßnahmen für das ostpreußische Hinterland der großen Marinestützpunkte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunkte: Das Wehrkreiskommando sicherte die administrativen Rahmenbedingungen für die U-Boot-Lehrdivisionen in Pillau (1. U.L.D.) und Gotenhafen (2. U.L.D.).
Personalersatz: Über die Wehrersatzdienststellen des Wehrkreises I wurden zahlreiche Rekruten aus Ostpreußen für die Fachlaufbahnen der U-Boot-Waffe rekrutiert.
Evakuierung: In der Endphase 1945 unterstützte das Kommando die Evakuierung von U-Boot-Ausbildungseinheiten über die Seehäfen vor dem sowjetischen Vorstoß.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RH 24-1 Generalkommando I. Armeekorps / Wehrkreiskommando I: Akten über die Mobilmachung und personelle Struktur in Ostpreußen.
BArch RM 17 Marinestation der Ostsee: Unterlagen zur Zusammenarbeit zwischen der Marineführung und dem Wehrkreiskommando I.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Zuweisung von Wehrpflichtigen des Wehrkreises I zur Kriegsmarine und U-Boot-Waffe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel Personalwesen: Wehrersatzorganisation).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS“ (Gliederung des Wehrkreises I).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur Bedeutung von Pillau und Gotenhafen im Raum Ostpreußen).
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