Aktionen

1. E-Meßoffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 3. März 2026, 08:56 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;" |-…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dienststellung 1. E-Meßoffizier (1. E.M.O.)
Der 1. E-Meßoffizier war der leitende Fachoffizier für die gesamte Entfernungsmessung auf schweren Überwassereinheiten der Kriegsmarine. Er unterstand direkt dem Artillerieoffizier (A.O.) und war verantwortlich für die Koordination sämtlicher optischer und später funkmesstechnischer (Radar) Distanzermittlungen. Seine Hauptaufgabe bestand darin, aus den verschiedenen Meldungen der Meßstände den präzisesten Entfernungswert zu bestimmen und diesen an die Rechenstellen der Feuerleitung zu übermitteln. Er leitete zudem die Ausbildung des gesamten E-Meß-Personals an Bord und war für die Justierung der hochempfindlichen optischen Basisgeräte verantwortlich.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Leitung der E-Meß-Zentrale; Auswahl der Hauptmeßbasis im Gefecht; Überwachung der Feuerleitanlagen und Koordination der Radar-Entfernungsdaten.
Standort: Einsatz auf Schlachtschiffen und Kreuzern. Sein Gefechtsstand befand sich zumeist im Hauptartillerie-Leitstand (Vormars) oder in der schussfesten E-Meß-Zentrale unter Deck.
Qualifikation: Besetzung durch erfahrene Seeoffiziere (meist Kapitänleutnants), die spezialisierte schießtechnische Prüfungen an der Artillerieschule abgelegt hatten.
Ende 1945: Mit der Außerdienststellung der Flotte und der Entwaffnung nach der Kapitulation im Mai 1945 wurde die Dienststellung des 1. E-Meßoffiziers aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Führungsrolle: Er war der fachliche Vorgesetzte aller weiteren E-Meßoffiziere (2. und 3. E.M.O.) sowie der zahlreichen E-Meß-Gasten in den verschiedenen Leitständen.
Technischer Sprung: Mit der Einführung der [Funkmeßortung (FuMO)](https://invenio.bundesarchiv.de) oblag ihm die Integration der elektronischen Daten in das bisher rein optische Verfahren der Entfernungsmessung.
Genauigkeit: Seine Arbeit war die Grundvoraussetzung für die Treffgenauigkeit der schweren Artillerie (z. B. 38-cm-Geschütze), da kleinste Meßfehler auf Distanz zu massiven Abweichungen führten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Zielberechnung: Die mathematischen Grundlagen der Entfernungsschätzung und Winkelmessung waren identisch mit den Anforderungen für den Torpedoschuss beim U-Boot-Angriff.
Optik-Erfahrung: Viele Offiziere, die als E-Meßoffiziere auf schweren Einheiten gedient hatten, wechselten aufgrund ihrer hohen optischen Expertise zur U-Boot-Waffe.
Fachwissen: Die im E-Meß-Dienst gewonnenen Kenntnisse über die Fehlereinflüsse bei hoher Geschwindigkeit flossen in die Verbesserung der U-Boot-Zieloptiken ein.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 24 Inspektion der Marineartillerie: Dienstvorschriften und taktische Richtlinien für den E-Meßdienst auf schweren Kriegsschiffen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die schießtechnische Effizienz der Schlachtschiffe unter Verwendung der kombinierten E-Meß-Verfahren.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Fachoffizieren der Marineartillerie in der Funktion als 1. E.M.O.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Waffenwesen: Organisation der Schiffsartillerie).
Breyer, Siegfried „Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse“ (Details zur Besetzung der Feuerleitstände und der Rolle der E-Meßoffiziere).
Koop / Schmolke „Die schweren Kreuzer der Admiral Hipper-Klasse“ (Informationen zur optischen und funkmesstechnischen Ausstattung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132