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Duquesa

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Einheit Duquesa
Die Duquesa war ein britisches Kühlschiff der Furness-Houlder Argentinian Lines, das am 18.12.1940 im Südatlantik vom deutschen Panzerschiff Admiral Scheer aufgebracht wurde. Aufgrund ihrer wertvollen Ladung von ca. 3.500 Tonnen gefrorenem Fleisch und 15 Millionen Eiern wurde sie nicht versenkt, sondern als Prise unter deutscher Besatzung zur Versorgung genutzt. Sie diente über Monate als schwimmendes Vorratshaus für die im Atlantik operierenden Hilfskreuzer und Versorger, bis sie nach Erschöpfung ihrer Kohlevorräte am 19.06.1941 im Südatlantik selbstversenkt wurde.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufbringung: Am 18.12.1940 durch das Panzerschiff Admiral Scheer auf der Route von Argentinien nach Großbritannien gekapert.
Funktion: Einsatz als Prisenschiff und schwimmendes Depot im Rahmen des Etappenwesens zur Entlastung der regulären Troßschiffe.
Prisenkommando: Führung des Schiffes durch ein deutsches Kommando; die Kühlanlagen mussten mit Kohle anderer Prisenschiffe betrieben werden.
Ende 1941: Am 19.06.1941 nach dem Verbrauch sämtlicher Brennstoffreserven für den Eigenbedarf und die Kühlung durch die Besatzung versenkt.
Technische Daten
Vermessung: 8.651 BRT (Bruttoregistertonnen); spezialisiertes Kühlschiff für den Fleischtransport.
Abmessungen: Länge: 134,2 m / Breite: 18,3 m / Tiefgang: 9,2 m.
Antrieb: Dreifach-Expansions-Dampfmaschinen auf zwei Wellen; Kohlebefeuerung.
Geschwindigkeit: Maximal ca. 12,5 Knoten.
Baujahr: 1918 bei Irvine’s Shipbuilding & Dry Docks Co. Ltd, West Hartlepool.
Spezifische Merkmale
Ladungswert: Die riesigen Mengen an Frischproviant ermöglichten es den deutschen Überwassereinheiten, monatelang ohne Rückkehr in Häfen zu operieren.
Kohlebedarf: Die Aufrechterhaltung der Kühlkette war eine enorme logistische Herausforderung und erforderte die Zuweisung von Kohle durch das Begleitschiff Elephant.
Wartegebiete: Das Schiff verbrachte die meiste Zeit in den abgelegenen Wartepunkten „Andalusien“ und „Mexiko“, um feindlicher Entdeckung zu entgehen.
Relevanz für das Etappenwesen
Logistikstützpunkt: Die Duquesa fungierte als wichtiges Glied in der Versorgungskette für Hilfskreuzer wie Pinguin und Thor, die wiederum operativ mit U-Booten zusammenwirkten.
Entlastung: Durch die Nutzung der Prisengüter konnten die Kapazitäten der regulären Troßschiffe (z.B. Nordmark) für Treibstoff und Munition geschont werden.
Frischproviant: Die Verteilung der Fleisch- und Eiervorräte an die Besatzungen der Fernstreitkräfte im Südatlantik steigerte die Durchhaltefähigkeit der Verbände erheblich.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 101 Versorgungs- und Hilfskreuzer: Akten über die Kaperung durch Admiral Scheer und die Berichte des Prisenkommandos.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Logistische Planung und Befehle zur Nutzung von Prisenschiffen im Südatlantik.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über das Prisenkommando und die beteiligten Fachoffiziere der Kriegsmarine.
Literaturverweise
Krancke / Brennecke „Schlachtschiff Admiral Scheer“ (Detaillierte Schilderung der Kaperung und Nutzung der Duquesa).
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 4: Hilfsschiffe und Prisen).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Versorgungswesen).
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