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Pol. X

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Einheit Pol X
Die Pol X war ein norwegisches Walfangboot der Reederei Melsom & Melsom, das im Januar 1941 während der großangelegten Kaperaktion des Hilfskreuzers Pinguin (Schiff 33) im Südpolarmeer aufgebracht wurde. Zusammen mit einer kompletten Walfangflotte fiel das Schiff in deutsche Hand. Aufgrund ihrer Robustheit und Manövrierfähigkeit wurde die Pol X nicht versenkt, sondern als Prise unter deutscher Besatzung zur Unterstützung der Kriegsmarine eingesetzt. Sie diente vornehmlich als Sicherungsfahrzeug und Versorger innerhalb der gekaperten Flotte auf deren Marsch nach Europa.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufbringung: Am 14.01.1941 im Südpolarmeer durch den Hilfskreuzer Pinguin ohne Gegenwehr als Teil der norwegischen Walfangflotte gekapert.
Funktion: Verwendung als Prisenschiff; Sicherung der wertvollen Walöltanker und Unterstützung bei der Überführung der Beuteflotte in das besetzte Frankreich.
Prisenkommando: Besetzung mit einem kleinen deutschen Kommando des Hilfskreuzers Pinguin zur Überwachung der norwegischen Besatzung.
Verbleib 1941: Erfolgreicher Durchbruch durch die alliierte Blockade und Ankunft in Westfrankreich im Frühjahr 1941; spätere Übernahme durch die 12. Vorpostenflottille.
Technische Daten
Vermessung: ca. 350 BRT (Bruttoregistertonnen); typisches Walfangboot der 1930er Jahre.
Abmessungen: Länge: ca. 45,0 m / Breite: 8,2 m / Tiefgang: 4,5 m.
Antrieb: 1 Dreifach-Expansions-Dampfmaschine; Kohlebefeuerung; ca. 1.300 PS.
Geschwindigkeit: ca. 12,0 bis 14,0 Knoten (maximal).
Baujahr: 1939 bei Smiths Dock Co. Ltd., Middlesbrough (Großbritannien) für norwegische Rechnung.
Spezifische Merkmale
Seetüchtigkeit: Als Walfänger speziell für den Einsatz in extremen Breiten konstruiert; hohe Reichweite und verstärkter Rumpf gegen Eisgang.
Kaperaktion: Die Prisennahme der Pol X war Teil eines der erfolgreichsten Schläge gegen die alliierte Rohstoffversorgung (Waloel) im Zweiten Weltkrieg.
Umbewaffnung: Nach der Ankunft in Frankreich erfolgte die Ausrüstung mit leichter Flak und Wasserbombenwerfern für den Einsatz in Sicherungsverbänden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Vorpostendienst: Unter der Kennung V 1205 (später V 1210) sicherte das Schiff die Ansteuerungswegen der U-Boot-Stützpunkte an der französischen Biskaya-Küste.
Ausbildung: Die robusten Walfänger-Prisen dienten oft als Zielschiffe oder Sicherungsfahrzeuge bei Torpedoschussübungen der neu aufgestellten U-Boot-Besatzungen.
Personaltransfer: Das Prisenkommando sammelte wertvolle Erfahrungen in der Führung fremder Schiffe, die später bei der Ausbildung von U-Boot-Besatzungen für Beuteboote genutzt wurden.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 101 Versorgungs- und Hilfskreuzer: Berichte des Hilfskreuzers Pinguin über die Kaperung der norwegischen Walfangflotte im Januar 1941.
BArch RM 62 Vorpostenflottillen: Akten über die Eingliederung der norwegischen Prisen in die Sicherungsverbände in Frankreich.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die deutschen Prisenbesatzungen und deren Kommandanten.
Literaturverweise
Brennecke, Jochen „Hilfskreuzer Pinguin - Freibeuter der Meere“ (Detaillierte Schilderung der Kaperung der Pol-Serie).
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 8: Flußfahrzeuge, Ujäger, Vorpostenboote, Hilfsschiffe).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Hilfsschiffe und Prisen).
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