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Dienstsegelwoche

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Ausbildung Dienstsegelwoche
Die Dienstsegelwoche war ein intensiver, praktischer Ausbildungsabschnitt für Seeoffiziersanwärter und junge Offiziere der Kriegsmarine. Sie fand meist im Rahmen der Crew-Lehrgänge an den Marineschulen (z. B. Mürwik) oder den Hanseatischen Yachtschulen statt. Ziel war die Vertiefung der seemännischen Fertigkeiten durch das Segeln in Kuttergruppen oder auf Yachten. Dabei wurde unter harten Bedingungen die Beherrschung von Wind und See, die Zusammenarbeit in der Bootsbesatzung sowie die schnelle Entscheidungsfindung des verantwortlichen Bootsführers geschult.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Praktische Schiffsführung unter Segeln; Navigation in Küstengewässern; Signaldienst zwischen den Booten; Manövertraining.
Standort: Flensburger Förde (Glücksburg), Kieler Förde oder am Chiemsee.
Qualifikation: Pflichtbestandteil der Offiziersausbildung zur Erlangung des seemännischen „Gefühls“ und der körperlichen Ertüchtigung.
Ende 1945: Mit der Auflösung der Marineschulen und der Beschlagnahmung der Bootsbestände durch die Alliierten beendet.
Spezifische Merkmale
Charakterbildung: Das Segeln diente als wesentliches Element zur Formung des Korpsgeistes und zur Prüfung der Standfestigkeit der Anwärter.
Wettbewerb: Oft verbunden mit Regatten zwischen den verschiedenen Divisions- oder Crew-Gruppen zur Steigerung der Motivation und des Ehrgeizes.
Drill: Harter Dienstbetrieb von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang; inklusive Bootspflege und theoretischer Nachbereitung der Tagesereignisse.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Seemännische Basis: Viele spätere U-Boot-Kommandanten profitierten von der in der Segelwoche erlernten Intuition für Schiffsbewegungen und Wetterlagen.
Führungserfahrung: Erste eigenverantwortliche Führung einer kleinen Einheit („Bootskommando“), die als Vorstufe zur späteren Verantwortung auf U-Booten galt.
Physis: Steigerung der Wetterfestigkeit und der körperlichen Belastbarkeit als Vorbereitung auf den harten Dienst auf der U-Boot-Brücke.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Durchführung der Segelwochen und die Lehrpläne der Crew-Ausbildung.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Seeoffizieren mit Vermerken über die Teilnahme und Leistungen während der Dienstsegelwoche.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Bedeutung des Segelsports für die militärische Ausbildung in der Kriegsmarine.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Yachtschulen und Segelsport).
Aretz, Bernd „Die Marineschule Mürwik: Geschichte und Struktur der Offiziersausbildung“.
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Ausbildungseinrichtungen).
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