Aktionen

Staffelfunkoffizierslehrgang

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 9. März 2026, 09:48 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center" |- | || colspan="3" | {| class="wikitable…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Ausbildung Staffelfunkoffizierslehrgang
Der Staffelfunkoffizierslehrgang war ein spezialisierter Fachlehrgang für Seeoffiziere der Luftwaffe (Marine-Beobachter) oder Nachrichtenoffiziere, die für die Leitung des Funk- und Nachrichtenwesens innerhalb einer Fliegerstaffel (insbesondere Küsten- und Seeaufklärer) vorgesehen waren. Er vermittelte tiefgehende Kenntnisse in der Organisation des Funkverkehrs zwischen Flugzeug und Bodenstationen sowie zwischen Flugzeug und Schiffseinheiten. Schwerpunkte waren die Funknavigation, die Verschlüsselungstechnik (Enigma/Kurzsignale), die Funkhorchaufklärung sowie die technische Einweisung in die Bordfunkgeräte und Antennenanlagen der Luftwaffe.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Führung des Funkpersonals einer Staffel; Überwachung der Funkdisziplin; Organisation der Schlüsselmittel; Zusammenarbeit mit den Marinenachrichtenstellen.
Standort: Durchführung an den Luftnachrichtenschulen (z. B. Halle/Saale) oder spezialisierten Seefliegerschulen (z. B. Parow).
Qualifikation: Teilnahme von Nachrichtenoffizieren oder fliegendem Personal mit technischer Begabung zur Sicherstellung der Fernmeldeverbindungen über See.
Ende 1945: Mit der Auflösung der Luftwaffenverbände und Nachrichtenschulen nach der Kapitulation im Mai 1945 beendet.
Spezifische Merkmale
Funknavigation: Intensive Schulung in Verfahren wie „Sonne“ oder „Bernhard“ zur Positionsbestimmung über weiten Seeräumen ohne Sichtkontakt.
Koordination: Der Staffelfunkoffizier war verantwortlich für die fehlerfreie Übermittlung von Sichtmeldungen an die operativen Führungsstäbe der Marine.
Technik: Einweisung in die Instandsetzung und Entstörung der Bordfunkstationen unter den erschwerten Bedingungen des Einsatzes über Salzwasser.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Zielmeldung: Die Absolventen sicherten die Funkkette von der Aufklärungsmaschine (z. B. BV 138) über die Landstation bis zum BdU und schließlich zum U-Boot-Rudel.
B-Dienst: Zusammenarbeit mit der Funkaufklärung zur Meldung von Peilergebnissen feindlicher Konvoi-Sicherungen an die operierenden Boote.
Rettung: Koordination der Notfrequenzen bei Seenotrettungsaktionen für abgestürzte Flieger oder schiffbrüchige U-Boot-Besatzungen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 7 Luftwaffenkommando: Akten über die Ausbildungsgänge und Bestimmungen für Nachrichtenoffiziere der fliegenden Verbände.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur nachrichtentechnischen Zusammenarbeit zwischen Marine und Luftwaffe.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Nachweis über den erfolgreichen Abschluss des „Staffelfunkoffizierslehrgangs“.
Literaturverweise
Dierich, Wolfgang „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Details zur Stabsgliederung der Staffeln).
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst: Technische Entwicklung und operativer Einsatz“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Zusammenarbeit mit der Luftwaffe).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132