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Flottentorpedoschießen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Ausbildung / Manöver Flottentorpedoschießen
Das Flottentorpedoschießen war eine großangelegte taktische Gefechtsübung, bei der das Zusammenwirken ganzer Flottenverbände (Zerstörer, Torpedoboote und U-Boote) beim massierten Torpedoeinsatz trainiert wurde. Im Gegensatz zum Einzelschießen lag der Fokus hier auf der Koordinierung von Staffeln, der Einhaltung von Schusssektoren und dem gleichzeitigen Angriff auf eine gegnerische Schlachtlinie oder einen Geleitzug. Diese Übungen fanden meist in den weiträumigen Manövergebieten der Ostsee statt und dienten der Erprobung neuer Angriffstaktiken sowie der Überprüfung der Trefferdichte unter gefechtsnahen Bedingungen mit Übungstorpedos (ohne scharfen Gefechtskopf).
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Durchführung: Jährliche Herbst- oder Frühjahrsmanöver; Leitung durch das Flottenkommando oder den Führer der Torpedoboote (F.d.T.).
Aufgabe: Einüben des Zangenangriffs; Überprüfung der Funkführung; Ausbildung der Torpedokommandanten; Test der Torpedorechenstellen.
Standort: Vornehmlich in der Danziger Bucht oder der Mecklenburger Bucht (Sperrgebiete der Marine).
Ende 1944: Einstellung der großen Verbandsübungen aufgrund von Treibstoffmangel und der Konzentration auf die U-Boot-Ausbildung.
Spezifische Merkmale
Realismus: Einsatz von Zielschiffen (oft alte Panzerschiffe), die aktiv Ausweichmanöver fuhren, um die Schwierigkeit des scharfen Schusses zu simulieren.
Auswertung: Präzise Dokumentation der Laufbahnen durch die Torpedoversuchsanstalt (TVA) zur Verbesserung der Zündermechanismen.
Taktik: Erprobung des „Fächerschusses“ und des koordinierten Einsatzes von Überwasserstreitkräften und U-Booten gegen denselben Verband.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rudeltaktik: Das Flottentorpedoschießen lieferte wichtige Daten für die Entwicklung der taktischen Funkführung von U-Boot-Gruppen durch den BdU.
Kooperation: Schulung der U-Boot-Kommandanten im gemeinsamen Angriff mit Schnellbooten zur Übersättigung der feindlichen Abwehr.
Technik: Test der neuen Flächen-Absuch-Torpedos (FAT) im Rahmen von Massenangriffen auf simulierte Konvois.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 47 Flottenkommando: Akten über die Planung und Durchführung der jährlichen Flottentorpedoschießen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die taktischen Auswertungen der großen Flottenmanöver.
BArch RM 21 Torpedowaffenamt: Technische Protokolle über die Trefferleistung der Übungstorpedomaterialien.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Ausbildung und Taktik).
Rössler, Eberhard „Die Torpedos der deutschen U-Boote“ (Details zu den Übungsverfahren).
Fock, Harald „Schwarze Gesellen: Zerstörer und Torpedoboote im Einsatz“.
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