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1. Torpedobootsflottille

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband 1. Torpedobootsflottille
Die 1. Torpedobootsflottille war ein traditionsreicher Angriffs- und Sicherungsverband der Kriegsmarine. Sie operierte maßgeblich in der Nordsee, im Ärmelkanal und während des Unternehmens „Weserübung“. Ausgestattet mit modernen Einheiten der Raubvogel- und Raubtier-Klasse, war sie spezialisiert auf offensive Minenunternehmen, Nachtgefechte und den schweren Geleitschutz.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Formiert bereits in der Reichsmarine; zu Kriegsbeginn 1939 aktive Operationen in der Nordsee.
Standorte: Wilhelmshaven, Swinemünde; später Cherbourg und Le Havre (Frankreich).
Unterstellung: Truppendienstlich dem Führer der Torpedoboote (F.d.T.) unterstellt.
Einheiten: Bekannte Boote wie Möwe, Seeadler, Albatros und Greif sowie Flottentorpedoboote vom Typ 35 und 37.
Kriegsende: Mai 1945: Schwere Rückzugskämpfe und Sicherung von Flüchtlingstransporten in der Ostsee. Nach der Kapitulation Übergabe als Kriegsbeute oder Internierung.
Spezifikationen & Aufgabenprofil
Bewaffnung: Raubtier-Klasse: 3 x 10,5 cm Geschütze, 6 x 50 cm Torpedorohre. Flak-Bewaffnung im Kriegsverlauf massiv verstärkt.
Antrieb: Hochdruck-Heißdampf-Turbinenanlagen; Geschwindigkeiten bis zu 35 kn; hohe Manövrierfähigkeit für Nachtangriffe.
Offensiv-Einsatz: Durchführung riskanter Minenunternehmen vor der britischen Küste und Bekämpfung feindlicher Schnellboote und Zerstörer im Kanal.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Durchbruchshilfe: Schwerer Geleitschutz für auslaufende Front-U-Boote beim Durchbruch durch den Ärmelkanal oder das Skagerrak gegen Überwasserangriffe.
Taktische Kooperation: Koordination mit U-Boot-Gruppen im Nordatlantik als Vorposten, um feindliche Sicherungskräfte zu binden und Angriffe zu erleichtern.
Ausbildungsschutz: Sicherung der Übungsgebiete der Unterseeboot-Lehrdivisionen in der Ostsee gegen das Eindringen feindlicher Aufklärer.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 72 Kriegstagebücher (KTB) der Torpedobootsflottillen (Gefechtsberichte der 1. Flottille).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zum Geleitschutz für U-Boot-Unternehmungen.
BArch RM 61 Akten des Führers der Torpedoboote (Materielle Einsatzbereitschaft und Personal).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Torpedobootsverbände).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 2, technische Daten der Torpedoboote).
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