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2. Annahmestelle für Offiziersbewerber Stralsund

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Dienststelle 2. Annahmestelle für Offiziersbewerber Stralsund
Die 2. Annahmestelle für Offiziersbewerber in Stralsund war eine zentrale Selektions- und Prüfinstanz der Kriegsmarine für den Führungsnachwuchs. Sie war verantwortlich für die Durchführung der Eignungsprüfungen von Bewerbern für die Offizierslaufbahnen (See, Technik, Verwaltung und Marineartillerie). In einem mehrtägigen Prüfungsverfahren wurden die Kandidaten auf ihre physische Belastbarkeit, charakterliche Festigkeit und intellektuelle Eignung getestet, um eine qualitätsorientierte Vorauswahl für die anschließende Ausbildung an den Marineschulen sicherzustellen.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Etabliert im Zuge der massiven personellen Expansion der Kriegsmarine; administrativ dem Marinepersonalamt (MPA) im Oberkommando der Kriegsmarine unterstellt.
Standort: Stralsund. Die Dienststelle nutzte die dortige infrastrukturelle Anbindung an die pommersche Küste und die Nähe zu den großen Ausbildungszentren der Ostsee.
Aufgabe: Durchführung von psychotechnischen Prüfungen, ärztlichen Untersuchungen und sportlichen Tests sowie die abschließende Beurteilung der Offizierswürdigkeit der Bewerber.
Ende 1945: Mit der Einstellung der Nachwuchswerbung in der Endphase des Krieges und der Kapitulation im Mai 1945 (nach heutigem Stand 2026 historisch dokumentiert) wurde die Dienststelle aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Selektionsverfahren: Anwendung wissenschaftlicher Methoden der Wehrmachtpsychologie zur Feststellung der Führerpersönlichkeit und der Stressresistenz unter simulierten Belastungen.
Laufbahnberatung: Einstufung der Bewerber in die verschiedenen Fachlaufbahnen basierend auf den Testergebnissen und den aktuellen Bedarfszahlen der Personalabteilungen (P I / P II).
Prüfungskommission: Besetzung mit erfahrenen Seeoffizieren, Marineärzten und Psychologen, die eine ganzheitliche Bewertung des Bewerberprofils vornahmen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nachwuchssicherung: Ein Großteil der späteren U-Boot-Wachoffiziere und Kommandanten durchlief in Stralsund die erste entscheidende Hürde ihrer militärischen Karriere.
Spezialisierung: Bereits während der Annahmeprüfung wurde gezielt nach Bewerbern mit der notwendigen psychischen Stabilität für den Dienst in der Enge eines Unterseebootes gesucht.
Qualitätsstandard: Die strengen Kriterien der Annahmestelle Stralsund waren die Basis für das hohe fachliche Niveau des Offizierskorps innerhalb der U-Boot-Lehrdivisionen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 Marinepersonalamt: Akten über die Bestimmungen für die Annahme von Offiziersanwärtern und die Organisation der Annahmestellen.
BArch PERS 6 Personalakten: Unterlagen über die Prüfungsergebnisse und Annahmeprotokolle von Offiziersbewerbern der Jahrgänge 1939–1945.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Personalwesen: Nachwuchswerbung und Annahmewesen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Hinweise zur administrativen Gliederung der Annahmestellen).
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