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2. Torpedobootshalbflottille

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband 2. Torpedobootshalbflottille (2. T-Halbflottille)
Die 2. Torpedobootshalbflottille war eine taktische Untereinheit der Torpedostreitkräfte, deren Geschichte eng mit der Entwicklung der U-Boot-Waffe verknüpft ist. Sie diente als wesentliche Kaderschmiede für das spätere Kommandantenkorps und bildete den personellen sowie taktischen Grundstock für die schnelle Expansion der Kriegsmarine ab 1935.
Historische Entwicklung & Einordnung
Kaiserliche Marine: Bis 31.12.1918 Teil der I. Torpedobootsflottille; Teilnahme an bedeutenden Operationen wie der Skagerrakschlacht (BArch RM 12).
Reichsmarine: Stationierung in Wilhelmshaven (Nordsee). Einsatz veralteter Einheiten der Raubvogel- und Raubtier-Klasse (z. B. Albatros, Seeadler). Hier dienten Offiziere wie der spätere B.d.U. Karl Dönitz.
Kriegsmarine: Ab 16.03.1935 schrittweise Umwandlung in volle Flottillenstrukturen; die 2. T-Halbflottille bildete den Kern der späteren 2. Torpedobootsflottille.
Spezifikationen & Aufgaben
Bewaffnung: Einheiten der Raubtier-Klasse (Typ 24) verfügten über 3 x 10,5 cm Uto-Kanonen und 6 x 50 cm Torpedorohre in Drillingssätzen.
Antrieb: Schichau-Getriebeturbinen mit ca. 31.000 PS; Höchstgeschwindigkeit ca. 33-35 kn.
Taktik: Entwicklung von Nachtangriffsverfahren und Überraschungstaktiken mittels Torpedofächer, die später maßgeblich in die U-Boot-Doktrin einflossen.
Geleitschutz: In den ersten Kriegsmonaten Sicherung von U-Boot-Überführungen in der Nordsee gegen feindliche Zerstörer.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderschmiede: Die harten Dienstbedingungen auf den kleinen, schnellen Einheiten galten als ideale Vorbereitung. Crews 30–34 absolvierten hier ihre Wachoffizierszeit.
Personaltransfer: In den Personalakten (BArch PERS 6) findet sich bei zahlreichen U-Boot-Assen der frühe Werdegang als Wachoffizier in dieser Halbflottille.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 12 Torpedostreitkräfte: Zentraler Bestand für Kriegstagebücher und Einsatzakten der Halbflottillen.
BArch RM 6 Reichsmarine / OKM: Dokumentation der Umgliederungen und Flottillenbildungen ab 1935.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Seeoffizieren mit Dienstzeiten in der Torpedowaffe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Abschnitt Torpedoboote).
Harnack, Wolfgang "Die deutschen Flottentorpedoboote 1942–1945" (Hintergründe zur Flottillenbildung).
M.Dv. Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine.
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