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32. Minensuchflottille

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband 32. Minensuchflottille
Die 32. Minensuchflottille war ein zentraler Sicherungsverband der Kriegsmarine im Westraum. Sie operierte primär an der Kanalküste und vor der holländischen Küste, um die strategisch wichtigen Seewege und Mündungsgebiete von Minen frei zu halten und den militärischen Schiffsverkehr gegen alliierte Luft- und Seeangriffe zu schützen.
Entstehung, Funktion und Einsatzgebiete
Aufstellung: Formiert am 16.06.1940 unmittelbar nach dem Westfeldzug speziell für den Sicherungseinsatz an der niederländischen Küste.
Einsatzbereich: Durchführung des Sicherungs- und Minensuchdienstes im Bereich der Schelde-Mündung sowie entlang der gesamten holländischen Küstenlinie.
Unternehmen Aalscholver: Im September 1944 maßgebliche Beteiligung an der Rückführung der 15. Armee über die Schelde unter schwierigen Gefechtsbedingungen.
Einheiten: Einsatz von Minensuchbooten (M-Boote) und umgerüsteten Hilfsschiffen, die für den Räumdienst gegen Magnet- und Akustikminen spezialisiert waren.
Ende: Die Flottille blieb bis zur Kapitulation im Mai 1945 im aktiven Dienst und wurde anschließend im Rahmen der Entwaffnung aufgelöst.
Spezifische Merkmale & Küstenschutz
Gezeitenrechnung: Aufgrund der schwierigen nautischen Verhältnisse vor Holland lag ein Schwerpunkt auf der präzisen Navigation in den Gezeitenströmen und flachen Küstengewässern.
Fliegerabwehr: Ausrüstung der Boote mit verstärkter Flak-Bewaffnung zum Schutz der eigenen Verbände und Geleitzüge gegen die zunehmende alliierte Luftüberlegenheit.
Räumtaktik: Kontinuierliches Absuchen der "Zwangswege" zur Gewährleistung einer minenfreien Passage für den strategischen Nachschub und die Flottenverbände.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Transit-Sicherung: Freihaltung der küstennahen Fahrwasser für die Überführung neuer Boote von den Werften zu den Frontstützpunkten sowie für Rückmarschierer aus dem Ärmelkanal.
Flakschutz: Bereitstellung notwendigen Luftschutzes für auftauchend marschierende U-Boote in den flachen Gewässern vor Holland gegen Angriffe alliierter Jagdbomber.
Personalpool: Regelmäßiger Wechsel erfahrener Offiziere zur U-Boot-Waffe aufgrund ihrer hochgeschätzten Expertise in der anspruchsvollen Gezeitenrechnung und Küstennavigation.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 62 Akten der Minensuchflottillen (Kriegstagebücher und Einsatzberichte der 32. M.S.-Flottille).
BArch RM 54 Akten des Befehlshabers der Sicherung West (Operative Führung der Sicherungsstreitkräfte in den Niederlanden).
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Versetzungen von Fachpersonal der 32. Flottille zur U-Boot-Ausbildung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Minensuchverbände im Westraum).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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