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| Dienststelle
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Arrest-Anstalt Wilhelmshaven
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| Die Arrest-Anstalt Wilhelmshaven war eine militärische Vollzugseinrichtung der Kriegsmarine im Bereich der Marinestation der Nordsee. Sie diente dem Vollzug von Disziplinarstrafen, einfachem und strengem Arrest sowie der vorläufigen Inhaftierung von Marineangehörigen bei Verstößen gegen die militärische Ordnung. Als zentrale Einrichtung am Hauptkriegshafen Wilhelmshaven unterstand sie administrativ dem Stationskommando bzw. dem Gerichtsherrn der Station und stellte die Einhaltung der militärischen Zucht innerhalb der dort stationierten Verbände sicher.
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| Entstehung, Funktion und Ende
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| Aufstellung: |
Etabliert als fester Bestandteil der Garnison Wilhelmshaven; im Zuge der Aufrüstung und des Kriegsausbruchs personell und räumlich erweitert.
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| Standort: |
Wilhelmshaven. Die Anstalt befand sich in der Nähe der zentralen Kasernenanlagen und Dienstgebäude der Marinestation der Nordsee.
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| Aufgabe: |
Durchführung von Freiheitsstrafen im Rahmen der Disziplinarstrafordnung (DStO), Bewachung von Untersuchungshäftlingen und Vorbereitung der Überstellung in Marine-Feldstraflager.
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| Ende 1945: |
Mit der Besetzung Wilhelmshavens durch alliierte Truppen im Mai 1945 wurde die Einrichtung unter britische Aufsicht gestellt und im Zuge der Entmilitarisierung aufgelöst.
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| Spezifische Merkmale
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| Disziplinarvollzug: |
Abwicklung von Kurzzeitstrafen für Vergehen wie unerlaubte Entfernung, Ungehorsam oder Dienstpflichtverletzungen im Bereich der Nordseestation.
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| Bewachung: |
Das Personal bestand aus spezialisierten Maaten und Unteroffizieren des Marine-Sicherungsdienstes, die für den Gefängnisdienst geschult waren.
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| Gerichtsbarkeit: |
Enge Zusammenarbeit mit den Marinegerichten in Wilhelmshaven zur Aufnahme von Verurteilten unmittelbar nach der Urteilsverkündung.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Besatzungsdisziplin: |
Marineangehörige der in Wilhelmshaven liegenden U-Boot-Flottillen (z. B. 2. U-Flottille), die gegen die Borddisziplin verstießen, wurden hier arretiert.
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| Personalersatz: |
Soldaten, die nach Verbüßung ihrer Strafe als "gebessert" galten, wurden oft direkt in die Ersatzabteilungen überstellt, um erneut dem Personalpool der U-Boot-Waffe zuzuführen.
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| Abschreckung: |
Die Existenz der Arrest-Anstalt diente der Aufrechterhaltung der strikten militärischen Ordnung in einem der wichtigsten U-Boot-Stützpunkte des Reiches.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 16 |
Marinestation der Nordsee: Akten über die Verwaltung der Garnison Wilhelmshaven und Berichte über den Strafvollzug in der Arrest-Anstalt.
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| BArch RM 3 |
Reichsmarineamt / Marinepersonalamt: Unterlagen zur Disziplinarstrafordnung und den baulichen Anforderungen an Marinearreste.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Einträge über Arreste und Strafverbüßungen von Marineangehörigen im Rahmen ihres militärischen Werdegangs.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Marinegerichtsbarkeit und Strafvollzug).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Hinweise zur administrativen Struktur der Landdienststellen in Wilhelmshaven).
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| Koop / Schmolke |
„Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur Infrastruktur und den Kasernenanlagen der Stadt Wilhelmshaven).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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