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Bordfliegerausbildung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Lehrgang Bordfliegerausbildung
Die Bordfliegerausbildung war eine spezialisierte Schulung für Piloten und Beobachter der Luftwaffe, die auf Kriegsschiffen der Marine eingesetzt wurden. Sie umfasste das Starten per Katapult, die Wasserlandung sowie die Navigation über offener See ohne Landsicht. Ziel war die Befähigung zur Fernaufklärung, Artilleriebeobachtung und Seenotrettung direkt vom schwimmenden Verband aus. Die Ausbildung erforderte eine enge taktische Abstimmung zwischen den fliegenden Einheiten und der Schiffsführung.
Entstehung, Funktion und Ausbildungsinhalte
Aufstellung: Organisiert durch die Bordfliegergruppen der Luftwaffe in enger Zusammenarbeit mit der Inspektion des Bordflugwesens der Marine.
Standort: Zentrale Ausbildung an den Seefliegerhorsten der Ostsee, insbesondere in Travemünde (Erprobungsstelle) und Parow (Bordfliegerschule).
Technik: Schulung auf Flugzeugtypen wie der Arado Ar 196 (Standard-Bordflugzeug) und Heinkel He 114. Ausbildung an Bordkatapulten und Kränen zur Flugzeugaufnahme.
Ende 1945: Mit dem Verlust der Luftherrschaft über See und der schwindenden Zahl einsatzbereiter Großkampfschiffe wurde die Bordfliegerausbildung eingestellt und die Verbände aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Katapultstart: Beherrschung der extremen Beschleunigungskräfte beim Start von Schlachtschiffen oder Kreuzern unter verschiedenen Wetterbedingungen.
Navigation: Hochsee-Navigation mittels Funkpeilung und Koppelrechnung zur Rückkehr zum sich bewegenden Mutterschiff oder zu vorgeschobenen Stützpunkten.
Kooperation: Ausbildung der Beobachter zur präzisen Funkmeldung von Feindsichtungen und zur Korrektur des schweren Artilleriefeuers der Flotte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Fernaufklärung: Bordflieger lieferten essentielle Daten über feindliche Geleitzugbewegungen, die zur strategischen Ansetzung von U-Boot-Rudeln genutzt wurden.
U-Abwehr-Schutz: Die Anwesenheit von Bordfliegern zwang feindliche U-Boote zum Tauchen und schützte so die eigenen Verbände und U-Boot-Geleite im Küstenvorfeld.
Seenotfall: Unterstützung bei der Suche nach Überlebenden versenkter U-Boote durch weitreichende Luftaufklärung in den Operationsgebieten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 9 Verbände der Seeflieger der Luftwaffe: Akten über die Ausbildung und den Einsatz der Bordfliegerstaffeln.
BArch RM 121 [Marinelehrgänge und Ausbildung](https://invenio.bundesarchiv.de): Dokumentation der Zusammenarbeit zwischen Marine und Luftwaffe im Bordflugwesen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Beobachter- und Pilotenlizenzen für den Dienst auf Bordflugzeugen der Kriegsmarine.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Luftwaffe der Marine: Bordfliegerwesen).
Balke, Ulf „Die Bordfliegergruppe 196“ (Detaillierte Chronik der Ausbildung und Einsätze auf den Kriegsschiffen).
Nowarra, Heinz J. „Die Arado Ar 196“ (Technische Details zum Standardgerät der Bordfliegerausbildung).
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