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Einsatzleiter U-Boote Finnischer Meerbusen

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Dienststelle Einsatzleiter U-Boote Finnischer Meerbusen
Der Einsatzleiter der U-Boote im Finnischen Meerbusen (E.L.U.) war eine im Juli 1944 geschaffene operative Führungsposition zur Koordination der Einsätze in den stark verminten Gewässern der östlichen Ostsee. In einer kritischen Phase des Krieges steuerte dieser spezialisierte Führungsstab, prominent besetzt durch Korvettenkapitän Albrecht Brandi, die Abriegelung des Meerbusens gegen sowjetische Seestreitkräfte. Die Dienststelle passte ihre Struktur in drei Phasen den Rückzugsbewegungen der Wehrmacht an – von der karelischen Landenge über die Räumung finnischer Häfen (Helsinki) bis zur Flankensicherung der Heeresgruppe Nord von Libau (Kurland) aus.
Phasen der Einsatzleitung (Schwerpunkt Albrecht Brandi)
Phase I (07-08/1944): Einsatzleiter unter dem Führer der U-Boote (F.d.U.) Mitte in Helsinki; Koordination der Abwehrgefechte gegen die sowjetische Offensive an der karelischen Landenge.
Phase II (08-09/1944): Unterstellung unter das Marineoberkommando (M.O.K.) Ostsee; Organisation der Räumung der finnischen Häfen Kotka und Helsinki nach dem Waffenstillstand Finnlands.
Phase III (10-12/1944): Einsatzleiter unter dem Admiral östliche Ostsee in Libau (Lettland); taktische Führung der U-Boot-Einsätze zur Sicherung der kurdischen Küstenflanke.
Akteure: Neben Albrecht Brandi agierte Korvettenkapitän Hans-Joachim Drewitz als erfahrener Einsatzleiter, während Fregattenkapitän Hans-Gerrit von Stockhausen die übergeordnete Verantwortung als F.d.U. Mitte trug.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Operative Führung: Taktische Leitung der Front-U-Boote (vorwiegend Typ VII C wie U 475 oder U 481) unter extremen Bedingungen durch massive Minensperren und geringe Wassertiefen.
Krisenmanagement: Erfolgreiche Durchführung der Rückzugsbewegungen aus Estland und Finnland unter ständigem Druck sowjetischer Landungs- und Luftstreitkräfte.
K-Verband-Basis: Die im flachen Küstenvorfeld gewonnenen Erfahrungen flossen direkt in Brandis späteres Kommando bei den Kleinkampfverbänden und die Planung von Kleinst-U-Boot-Einsätzen ein.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 98 / 112 Einsatzleitung U-Boote Ost: Kernbestand für Kriegstagebücher, operative Befehle und Gefechtsberichte im Raum Finnischer Meerbusen und Kurland 1944.
BArch RM 7 / 2341 Seekriegsleitung (Skl): Dokumentiert die strategische Planung des Rückzugs aus dem finnisch-baltischen Raum und die taktischen Weisungen für die E.L.U.
BArch RM 45-I / 91 Kommandierender Admiral östliche Ostsee: Unterlagen zur Endphase in Libau und der Koordination der Flankensicherung durch U-Boot-Verbände.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Kapitel zum Admiral Ostsee: Gliederung und operative Unterstellung der Einsatzleiter).
Böll, Bernd „Der Einsatz der deutschen U-Boote in der Ostsee 1944/45“ (Detaillierte Analyse der taktischen Führungsebenen im östlichen Operationsraum).
Tarrant, V. E. „Das letzte Jahr der deutschen U-Boot-Waffe“ (Darstellung der operativen Lage im Osten von der Invasion bis zur Kapitulation).
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