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| Dienststellung
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Führungsstabsoffizier (FüS)
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| Der Führungsstabsoffizier war eine zentrale Schlüsselfigur in den operativen Stäben der Kriegsmarine, insbesondere beim Befehlshaber der Unterseeboote (BdU) oder in den Flottillenstämmen. Seine Hauptaufgabe lag in der operativen Vorbereitung, Planung und Überwachung von Kampfeinsätzen. Er wertete Lageberichte aus, koordinierte die Zusammenarbeit mit anderen Wehrmachtteilen und erarbeitete Befehlsunterlagen für die Einheiten auf See. In der U-Boot-Waffe war er maßgeblich an der taktischen Führung von Rudelunternehmen beteiligt. Der Führungsstabsoffizier bildete das Bindeglied zwischen der strategischen Führung und der praktischen Umsetzung an der Front, wobei er oft als direkter Berater des Verbandschefs fungierte.
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| Aufgaben und Funktionen
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| Stellvertreter: |
Engster Mitarbeiter des Chefs des Stabes; verantwortlich für die operative Kontinuität und die taktische Einsatzplanung bei Abwesenheit der Führung.
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| Innendienst: |
Organisation der Stabsarbeit sowie Verwaltung der geheimen Operationsakten und Kriegstagebücher (KTB) innerhalb der Dienststelle.
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| Personalführung: |
Fachliche Anleitung der unterstellten Ordonnanzoffiziere und Schreiber zur präzisen Aufbereitung der Lagevorträge und Befehlsübermittlungen.
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| Gefechtsstation: |
Position im Operationszentrum oder auf dem Führungsschiff; Leitung der taktischen Auswertung während laufender Unternehmungen und Überwachung des Funkverkehrs.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Führungshärte: |
Die Tätigkeit als Führungsstabsoffizier beim BdU galt als Ausweis für höchste administrative Reife und operative Härte in der Fernsteuerung der U-Boot-Gruppen.
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| Spezial-Personal: |
Besonders bewährte Kommandanten der Crews 34 bis 36 wurden als Führungsstabsoffiziere in die Flottillen berufen, um ihre Fronterfahrung in die Planung einzubringen.
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| Taktische Schule: |
Die Arbeit im Stab schulte das Verständnis für großräumige operative Zusammenhänge, was die ideale Voraussetzung für eine spätere Verwendung als Flottillenchef darstellte.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Dokumentation der operativen Weisungen und der namentlichen Besetzung der Führungsstabsoffizier-Posten in den Stäben.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Invenio-Nachweis über Qualifikationsberichte zur operativen und taktischen Eignung für den höheren Stabsdienst.
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| BArch RHD 18 |
M.Dv. 32: Offizielle Dienstvorschrift zur Regelung der Kompetenzen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Stäbe der Kriegsmarine.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945 (Band 2, Abschnitt Führung und Stab: Struktur der operativen Hierarchie).
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| Hessler, Günter |
The U-Boat War in the Atlantic (Detaillierte Einblicke in die Stabsarbeit und die taktische Führung durch Führungsstabsoffiziere).
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| Mallmann Showell, J. |
U-Boot-Krieg: Führung und Logistik (Standardwerk zur Organisation der U-Boot-Waffe und der Rolle der Planungsstäbe).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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