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Flak-Artillerieoffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung Flak-Artillerieoffizier (Flak-A.O.)
Ein Flak-Artillerieoffizier war auf Kriegsschiffen ab Zerstörergröße der verantwortliche Fachoffizier für die gesamte Flugabwehrbewaffnung, die Richtmittel und das zugeteilte Personal. Er leitete die Abwehr feindlicher Luftangriffe, wies den Geschützen (2 cm bis 12,8 cm) die Ziele zu und legte das Feuerverfahren fest. In der zweiten Kriegshälfte stieg seine Bedeutung für die U-Boot-Waffe massiv an, als Boote zur Verteidigung gegen das RAF Coastal Command verstärkt mit Flak augetüftelt wurden (z. B. Typ VII C „Flak-Falle“). Erfahrene Flak-A.O.s der Flotte brachten wertvolles Wissen über Vorhaltberechnungen und die Handhabung automatischer Waffen mit, was für die Überlebensfähigkeit der Boote bei Überwasserfahrt und in der Biskaya-Passage entscheidend war.
Funktion und Aufgaben
Gefechtsführung: Zentrale Leitung der Luftabwehr vom Gefechtsstand aus; Zuweisung von Sektoren an die Flak-Batterien und Bestimmung der Munitionsart (z. B. Zeitzünder).
Waffentechnik: Verantwortung für die technische Klarheit der Geschütze, der Munitionszuführung und der optischen Entfernungsmessgeräte (E-Mess-Geräte) an Bord.
Ausbildung: Durchführung von Drill an den Waffen sowie Schulung der Besatzung in der Flugzeugerkennung (Freund-Feind-Kennung) und im Schießen auf Sturzkampfflieger.
Hierarchie: Auf Großkampfschiffen Unterstellung unter den I. Artillerie-Offizier; auf Zerstörern oft Wahrnehmung der Aufgaben in Personalunion durch einen Wachoffizier.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flak-Falle: Abstellung hochspezialisierter Flak-Offiziere auf U-Boote mit verstärkter Bewaffnung, um die Effektivität gegen alliierte Flugboote und Bomber zu maximieren.
Taktik-Transfer: Übertragung der Erfahrungen aus der Flotten-Luftabwehr auf den „Wintergarten“ der U-Boote zur Optimierung der Vorhaltberechnung bei hoher Eigenbewegung.
Biografischer Marker: In den Personalpapieren belegt diese Dienststellung eine ausgeprägte Kompetenz in der Führung schneller Abwehrgefechte unter hohem psychischem Stress.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1033 Reichsmarineamt: Dienstvorschriften über die Organisation der Flak-Artillerie an Bord und die Aufgabenverteilung im Luftabwehrgefecht der Kriegsmarine.
BArch RM 121 / 142 Marine-Ausbildungsabteilungen: Lehrpläne der Küsten- und Flakartillerieschulen (z. B. Misdroy) zur fachspezifischen Ausbildung der Flak-Offiziere.
BArch RM 121 / 642 Marine-Ersatzabteilungen: Unterlagen zur personellen Zuweisung von Flak-Spezialisten der Überwasserstreitkräfte zu den Front-U-Boot-Flottillen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Bordorganisation: Artilleriewesen und Fachlaufbahnen der Seeoffiziere).
Harnack, Wolfgang „Die deutschen Zerstörer 1934–1945“ (Detaillierte Übersicht über die Flak-Bewaffnung, Richtgeräte und die Dienstposten-Struktur an Bord).
Giesler, Robert „Gefechtsdienst auf U-Booten“ (Beschreibt die taktische Rolle der Flak-Bedienung und die Feuerleitung gegen Flugzeuge in der Spätphase des Seekrieges).
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