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Frontaufklärungskommandos 140

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Frontaufklärungskommando 140 (FAK 140)
Das Frontaufklärungskommando 140 war eine spezialisierte Einheit des Amtes Ausland/Abwehr und später der Militärischen Abteilung des RSHA. Es war primär für maritime Sabotageunternehmen, verdeckte Operationen und die Gewinnung von taktischen Informationen in Küstennähe zuständig. Die Angehörigen des Kommandos waren Spezialisten für Sprengtechnik, Funkwesen und lautlose Annäherung über See, um kriegswichtige Infrastruktur des Gegners auszuschalten.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert als Teil der Abwehr-Abteilung II (Sabotage und Sonderaufgaben). Das Kommando bündelte hochspezialisierte Kräfte für den maritimen Kleinkrieg und verdeckte Frontaufklärung.
Standort: Operative Einsätze vorwiegend im Mittelmeerraum und an der Atlantikküste. Mobile Einsatzgruppen operierten von vorgeschobenen Stützpunkten in der Nähe der jeweiligen Zielobjekte.
Technik: Einsatz von Spezialgeräten wie Haftminen, Schlauchbooten und Tarnmitteln. Enge technische Verzahnung mit den Kleinkampfverbänden der Marine zur Durchführung kombinierter See-Land-Operationen.
Ende 1945: Mit der Auflösung der militärischen Geheimdienststrukturen bei Kriegsende stellte das Kommando seine Operationen ein. Die verbliebenen Spezialisten gerieten teils in Gefangenschaft oder tauchten unter.
Spezifische Merkmale & Sicherung
Maritimer Kleinkrieg: Durchführung von Sabotageakten gegen alliierte Hafenanlagen und Schiffsansammlungen. Die taktische Aufklärung feindlicher Küstensicherungen war Voraussetzung für eigene Sonderunternehmen.
Verdeckte Operationen: Infiltration feindlich besetzter Küstenabschnitte zur Gewinnung von Informationen über Minensperren, Netzsicherungen und Verteidigungsanlagen des Gegners.
Elite-Personal: Die Besetzung bestand aus erfahrenen Marineangehörigen und Spezialisten, die neben nautischen Kenntnissen eine umfassende Ausbildung in Sabotage- und Nahkampftechniken besaßen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Aufklärungsergebnisse: Die durch das FAK 140 gewonnenen Daten über feindliche Hafensicherungen waren essentiell für die Planung von U-Boot-Durchbrüchen in gesperrte Seegebiete.
Flankenschutz: Durch Sabotage an gegnerischen Horchstationen und Küstenfunkstellen konnte das FAK 140 indirekt die Sicherheit aus- und einlaufender U-Boote im Küstenvorfeld erhöhen.
Personal-Expertise: Erfahrene Seeoffiziere des Kommandos wechselten aufgrund ihrer Detailkenntnisse der gegnerischen Sicherungssysteme teilweise in beratende Funktionen für die U-Boot-Führung.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RW 5 Amt Ausland/Abwehr: Dokumentation über die operative Planung und Durchführung der Frontaufklärungskommandos im maritimen Bereich.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Verwendung von Marineangehörigen in den Sondereinheiten der Abwehr II.
BArch R 58 Reichssicherheitshauptamt: Unterlagen zur Übernahme und Fortführung der Frontaufklärungseinheiten durch das Amt Mil ab Mitte 1944.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Kleinkampfverbände und Sonderunternehmen).
Buchheit, Gert "Der deutsche Geheimdienst" (Struktur und Einsätze der Frontaufklärungskommandos der Abwehr).
Blocksdorf, Helmut "Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine" (Zusammenarbeit zwischen Abwehr-Einheiten und Seestreitkräften).
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