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Funktechnischer-Offizierslehrgang

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Funktechnischer Offizierslehrgang
Der Funktechnische Offizierslehrgang diente der Qualifizierung von Offizieren für den Dienst an technisch anspruchsvollen Funkmessgeräten (Fu.M.G.) und Funkmessbeobachtungsgeräten (Fu.M.B.). Angesichts der rasanten Entwicklung der Radartechnologie wurde dieser Lehrgang zu einer der wichtigsten technischen Schulungen, um die Überlebensfähigkeit gegen feindliche Ortung zu sichern.
Historischer Kontext & Organisation
Ausbildungsinhalte: Intensive Schulung in Hochfrequenz- und Impulstechnik sowie Dezimeter- und Zentimeterwellen. Praktische Handhabung von Ortungsanlagen (z. B. „Seetakt“) und Interpretation von Schirmbildern.
Standorte: Durchführung zumeist an den Marinenachrichtenschulen (z. B. Aurich oder Mürwik) sowie an speziellen Versuchsstellen für Funkmesstechnik.
Taktische Anwendung: Nutzung von Ortungsergebnissen zur Feuerleitung und Navigation. Fokus auf Funkmess-Aufklärung zum Aufspüren feindlicher Radarstrahlen herannahender Flugzeuge oder Schiffe.
Kriegsende: Spezialisten waren bei den Siegermächten hochbegehrt; viele Offiziere wurden im Rahmen von Forschungsprogrammen zur Radartechnik interniert und befragt.
Spezifische Merkmale & Ausbildung
Schirmbilddeutung: Intensives Training zur Interpretation von „Flimmerbildern“ auf der Braun’schen Röhre. Offiziere lernten, echte Echos von atmosphärischen Störungen oder Täuschkörpern zu unterscheiden.
Radar-Tarnung: Einweisung in die Handhabung von radarabsorbierenden Materialien (z. B. „Alberich“-Beschichtung) zur Minimierung der Rückstrahlfläche des Bootes.
Der F.M.O.-Status: Ab 1944 wurde auf vielen Booten ein spezifischer Funkmess-Offizier (F.M.O.) etabliert. Dieser Lehrgang war die zwingende Voraussetzung für diese neue Schlüsselposition.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Radarabwehr: Ab 1943 überlebenswichtig für den Einsatz von Warnempfängern (z. B. „Metox“, „Naxos“) gegen alliiertes Zentimeterwellen-Radar zur Warnung vor Luftangriffen.
Nachtangriffe: Befähigung zum effektiven Einsatz bordeigener Funkmessgeräte (z. B. Fu.M.G. 61 „Hohentwiel“) zur präzisen Entfernungsbestimmung bei Nachtangriffen über Wasser.
Instandhaltung: Befähigung zur eigenständigen Behebung komplexer Elektronikschäden unter schwierigsten Bedingungen während langer Feindfahrten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 / 15 Akten der Marinenachrichtenschulen (Lehrgangspläne und Fachcurricula für Funkmesstechnik).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Nachrichten- und Ortungsdienst (Einführung neuer Geräte).
BArch RM 20 / 893 Unterlagen des B.d.U. zur technischen Ausrüstung (Einsatz von Funktechnischen Offizieren auf U-Booten).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Nachrichtenwesen und technische Ausbildung).
Giessler, Helmuth "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Technische Entwicklung und Ausbildungsgänge).
Trenkle, Fritz "Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945" (Standardwerk zur technischen Ausstattung).
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