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Hilfsschreiber

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Dienststellung Hilfsschreiber
Ein Hilfsschreiber war ein Soldat, der zur Unterstützung des administrativen Dienstbetriebs in einer Schreibstube, einem Stab oder an Bord einer größeren Einheit eingesetzt wurde. Er war dem eigentlichen Schreiber (meist ein Unteroffizier) oder dem Rechnungsführer (Zahlmeister) unterstellt. Seine Aufgaben umfassten das Ausfertigen von Listen, das Führen von Personalnachweisen, das Reinzeichnen von Kriegstagebüchern sowie allgemeine Registraturarbeiten. In der Kriegsmarine rekrutierten sich Hilfsschreiber oft aus Mannschaften mit kaufmännischer Ausbildung. Auf kleineren Einheiten oder in Alarmeinheiten wurde diese Funktion oft im Nebenamt ausgeübt. In den Personalunterlagen markiert die Verwendung als Hilfsschreiber eine administrative Fachverwendung, die Zuverlässigkeit und Diskretion im Umgang mit Dienstschriftgut erforderte.
Aufgaben und Spezialisierung
Schriftverkehr: Erstellung von Reinschriften für Berichte, Befehle und Meldungen nach Konzeptvorgabe durch den Adjutanten oder Kommandanten.
Listenwesen: Führung und Aktualisierung von Verpflegungsstärkelisten, Löhnungslisten und Personalstandsbeurteilungen unter Aufsicht der Verwaltungsebene.
Registratur: Ordnung und Archivierung des täglichen Postein- und ausgangs sowie die Verwaltung der geheimen Kommandosachen (gKdos) unter Verschluss.
Kanzleidienst: Bedienung von Schreibmaschinen und Vervielfältigungsgeräten sowie die Vorbereitung von Unterlagen für Appelle und Inspektionen.
Spezifische Details & Ergänzungen
KTB-Zuarbeit: Unterstützung des I. Wachoffiziers beim sauberen Übertragen des Kladde-Kriegstagebuchs in die offizielle Reinschrift für die Seekriegsleitung.
Poststelle: Oftmals betraut mit der Sortierung und Verteilung der Feldpost innerhalb der Einheit oder des Stabsgebäudes.
Doppelfunktion: In Gefechtssituationen besetzte der Hilfsschreiber meist eine Kampfstation (z.B. als Munitionskanonier oder Melder), da die Schreibstubentätigkeit dann ruhte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flottillenstab: Einsatz in den Schreibstuben der Frontflottillen (z.B. 7. U-Flottille St. Nazaire) zur Bewältigung der Personalverwaltung von hunderten Besatzungsmitgliedern.
Landorganisation: Unverzichtbar in den Ausbildungsabteilungen (U.L.D.), um die komplexen Lehrgangslisten und Versetzungskommandos rechtssicher zu dokumentieren.
Biografischer Marker: In den Stammrollen markiert die Verwendung als Hilfsschreiber eine Phase im Innendienst, die oft Rückschlüsse auf die zivile Qualifikation zulässt.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Marinepersonalamt: Bestimmungen über die Organisation der Schreibstuben und die Verwendung von Hilfspersonal im Kanzleidienst.
BArch PERS 6 Personalakten: Individuelle Nachweise über die Kommandierung als Hilfsschreiber in Stäben der Sicherungsverbände oder Flottillen.
BArch RM 121 / 162 Marine-Verwaltung: Dienstvorschriften über die Aktenführung und die Verantwortlichkeiten des Schreibstubenpersonals.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur allgemeinen Bordorganisation und den administrativen Laufbahnen).
Mallmann Showell, J.P. The German Navy in World War Two (Details zum administrativen Dienstweg und der hierarchischen Struktur in den Schreibstuben).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945 (Informationen zur Stabsarbeit).
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