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III. Marine-Unteroffizierslehrabteilung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband III. Marine-Unteroffizierslehrabteilung (3. M.U.L.A.)
Die III. Marine-Unteroffizierslehrabteilung (auch als 3. Marine-Lehrabteilung bezeichnet) war eine zentrale Ausbildungseinheit der Kriegsmarine. Sie fungierte als „Spezialistenschmiede“ für die Formung des Unteroffiziersnachwuchses an Land, wobei der Schwerpunkt auf dem Training des militärischen Führungsverhaltens für angehende Maate lag.
Entstehung, Funktion und Standorte
Erste Aufstellung: Formiert im April 1938 in Plön unter der Inspektion des Bildungswesens der Marine; Auflösung dieser ersten Phase im Februar 1940.
Neuaufstellung: Am 01.01.1940 entstand die 3. Marine-Lehrabteilung in Stralsund durch Umbenennung der 9. Schiffsstammabteilung; Unterstellung beim 1. Marine-Lehrregiment.
Verlegung: Im Juli 1944 verlegte die Abteilung nach Aarhus (Dänemark), um den Lehrbetrieb im besetzten Gebiet fortzuführen.
Funktion: Durchführung der militärischen Vorgesetztenausbildung für angehende Maate sowie die disziplinarische Formung des Unteroffiziersnachwuchses der Ostseestation.
Ende 1945: Die Einheit blieb in Aarhus bis zur Gesamtkapitulation im Mai 1945 aktiv und wurde anschließend durch die alliierten Truppen aufgelöst.
Spezifische Merkmale & Ausbildung
Standort Stralsund: Nutzung der dortigen Kaserneninfrastruktur als zentraler Ausbildungsknotenpunkt in der Ostsee zur Entlastung der Kieler Standorte.
Vorgesetztenauslese: Methodische Schulung in der Menschenführung und dem Dienstbetrieb an Land, um die Eignung der Kandidaten für den Maatsrang festzustellen.
Sicherungsaufgaben: Während der Stationierung in Aarhus 1944/45 war das Personal der Abteilung teilweise in die lokale Küstensicherung der dänischen Stützpunkte eingebunden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Maatsausbildung: In Stralsund erhielten zahlreiche angehende U-Boot-Maate ihren militärischen Schliff vor der Versetzung zu den technischen Fachlehrgängen.
Endphasen-Personal: Der Standort Aarhus (1944) diente als wichtiger Personalpool für die Besatzungen der neuen Elektroboote (Typ XXI und XXIII).
Karriereweg: In den Biografien von Kommandanten und Unteroffizieren markiert der Aufenthalt in Stralsund (1940–1944) oft den formalen Übergang vom Mannschafts- zum Unteroffiziersrang.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Organisation und den Lehrbetrieb der Marine-Unteroffizierslehrabteilungen.
BArch RM 121 / 642 Personalstammrollen der Marinestation der Ostsee mit Nachweisen über die Verwendung in Stralsund und Aarhus.
BArch PERS 6 Personalakten: Dokumentation der Beförderungen zum Maat nach erfolgreichem Abschluss der 3. M.U.L.A.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Unteroffiziersausbildung und Laufbahnstruktur).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Übersicht der Marine-Lehrabteilungen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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