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IV. U-Flottille

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband IV. U-Flottille (Kaiserliche Marine)
Die IV. U-Flottille war ein operativer Frontverband der Kaiserlichen Marine während des Ersten Weltkriegs. Sie wurde im Zuge der massiven Expansion der U-Boot-Waffe im Jahr 1916 aufgestellt, um die Intensivierung des Handelskrieges in der Nordsee und den Zugangswegen zum Atlantik zu unterstützen. Die Flottille verfügte über eine Mischung aus Hochsee-U-Booten und spezialisierten Typen, die primär von Stützpunkten an der deutschen Nordseeküste aus operierten. Sie war maßgeblich an den Versenkungserfolgen während des uneingeschränkten U-Boot-Krieges beteiligt.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert im April 1916 im Rahmen der Umgliederung der U-Boot-Verbände; administrativ und operativ dem Führer der Unterseeboote (FdU) unterstellt.
Standort: Die Flottille operierte vornehmlich von Emden und Wilhelmshaven aus. Als Mutterschiff diente unter anderem der Hilfskreuzer bzw. Dampfer Graf Waldersee.
Aufgabe: Durchführung des Handelskrieges nach Prisenordnung und später im uneingeschränkten Einsatz; Sicherung der Seewege und Aufklärung für die Hochseeflotte.
Ende 1918: Nach dem Waffenstillstand im November 1918 wurde die Flottille aufgelöst. Die verbliebenen Boote mussten gemäß den Bedingungen nach Harwich (England) zur Internierung überführt werden.
Spezifische Merkmale
Bootstypen: Ausrüstung mit modernen Zweihüllen-Hochseebooten (Mittel-U-Boote) der Serien U 43–U 50 sowie späteren Bauvorgängen der Typen U 81–U 86.
Operationsgebiet: Einsatzschwerpunkte lagen in der Nordsee, dem Ärmelkanal sowie in den Gewässern westlich der britischen Inseln und der Biskaya.
Flottillenchefs: Geführt von erfahrenen Offizieren wie Korvettenkapitän Karl Georg Schuster oder Korvettenkapitän Franz Becker, die den Einsatz der Boote koordinierten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausbildung: Die IV. U-Flottille diente als wichtiges Erfahrungsfeld für Kommandanten, deren taktische Erkenntnisse später in die Dienstvorschriften der Kriegsmarine einflossen.
Taktik: Erprobung von koordinierten Angriffen mehrerer Boote auf Geleitzüge, was als Vorläufer der späteren Rudeltaktik angesehen werden kann.
Tradition: Die Erfolge und die personelle Kontinuität bildeten nach 1935 die ideelle Grundlage für die Neuaufstellung der U-Boot-Waffe unter Karl Dönitz.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 97 Kaiserliche Marine: Kriegstagebücher der Unterseeboote der IV. Flottille und Berichte über Unternehmungen in der Nordsee.
BArch RM 2 Admiralstab der Marine: Akten über die Organisation der U-Flottillen und die strategische Planung des U-Boot-Krieges.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Kommandanten und Besatzungsmitglieder, die im Ersten Weltkrieg in der IV. Flottille dienten.
Literaturverweise
Spindler, Arno „Der Handelskrieg mit U-Booten“ (Band 3 & 4: Die Jahre 1916 bis 1918, Berlin 1934).
Herzog, Bodo „Deutsche U-Boote 1906–1966“ (Technische Daten und Flottillenzugehörigkeit der kaiserlichen Boote).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Historischer Rückblick auf die Flottillenorganisation 1914–1918).
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