Aktionen

Kommandanten-Vorschule

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Kommandanten-Vorschule (Kommandanten-Anwärter-Lehrgang)
Die Kommandanten-Vorschule war eine spezifische Vorbereitungsphase für künftige U-Boot-Kommandanten. Sie fungierte als entscheidender Filter und theoretisches Fundament zwischen dem Frontdienst als Wachoffizier und der praktischen Schießausbildung. Hier entschied sich die Eignung der Offiziere für die spätere Übernahme eines eigenen Kommandos innerhalb der Unterseebootwaffe.
Entstehung, Funktion und Standorte
Entstehung: Etablierung ab 1940/41 aufgrund der massiven Expansion der U-Boot-Waffe, um die taktische Ausbildung über das Maß des Frontdienstes als I. Wachoffizier hinaus zu vertiefen.
Funktion: Systematische theoretische und simulatorgestützte Vorbereitung auf die Schiffsführung sowie Vermittlung komplexer Angriffs- und Rudeltaktiken.
Inhalte: Vertieftes Studium der M.Dv. Nr. 906 (Handbuch für U-Boot-Kommandanten), Torpedorechentechnik sowie intensive Manövrierübungen am Angriffssimulator.
Standorte: Durchführung primär bei den U-Boots-Lehrdivisionen (U.L.D.), insbesondere in Pillau oder Gotenhafen, in Koordination mit dem 2. Admiral der Unterseeboote.
Ende 1945: Aufrechterhaltung des Lehrbetriebs bis zum Frühjahr 1945, wobei die Ausbildung zuletzt verstärkt auf die neuen Elektroboote (Typ XXI/XXIII) zugeschnitten wurde.
Spezifische Merkmale & Qualifikation
Selektionsinstrument: Die Vorschule diente als Qualitätskontrolle; Offiziere ohne ausreichende taktische Eignung verblieben als I. Wachoffiziere an der Front, ohne ein eigenes Kommando zu erhalten.
Taktik-Update: Unmittelbare Vermittlung neuester Fronterfahrungen, insbesondere bezüglich der Abwehr alliierter Radarortung und geänderter Geleitzugsicherungsverfahren.
Simulationsdrill: Schulung der mentalen Belastbarkeit und Entscheidungsgeschwindigkeit in künstlich erzeugten Gefechtssituationen unter Aufsicht erfahrener Frontkommandanten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Zulassung: Das erfolgreiche Bestehen der Vorschule war die zwingende Voraussetzung für die Kommandierung zum Kommandanten-Schießlehrgang bei der 24. U-Flottille.
Führungskader: Sicherstellung eines einheitlichen taktischen Niveaus innerhalb der Personalreserve der Kommandanten-Anwärter zur Aufrechterhaltung der operativen Schlagkraft.
Personalhistorie: In den Werdegängen markiert der Lehrgang den Übergang vom ausführenden Wachoffizier zum eigenverantwortlichen Schiffsführer (Kommandantenschüler).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur taktischen Ausbildung der Kommandanten-Anwärter.
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Ausbildungsgänge und die Nutzung von Angriffssimulatoren bei den U.L.D.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die erfolgreiche Teilnahme an der "Kdt.-Vorschule" als Qualifikationsmerkmal.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur taktischen Ausbildung der U-Boot-Waffe).
Hessler, Günter "The U-Boat War in the Atlantic" (Detaillierte Analyse der Ausbildungsmethodik für künftige Kommandanten).
Herzog, Bodo "Deutsche U-Boote 1906–1966" (Kontext zum Lehrpersonal und den Ausbildungseinheiten).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132