|
|
|
| Dienststelle
|
Kommandantur List (Sylt)
|
|
|
|
|
| Die Kommandantur List fungierte als zentrale militärische Standortverwaltung und Befehlsinstanz für den nördlichen Bereich der Insel Sylt. Sie unterstand dem Festungskommandanten Sylt bzw. dem Seekommandanten Nordfriesland. Die Dienststelle koordinierte die logistische Versorgung der Küstenfliegergruppen (z. B. KüFlGr 406), die Unterbringung von Personal sowie die Sicherung des Hafens und des Flugplatzes List. Als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Teilstreitkräften vor Ort war sie für die Disziplin, die zivile Zusammenarbeit und die Verteidigungsbereitschaft der Garnison verantwortlich. In den Personalakten dokumentiert die Verwendung in der Kommandantur List eine administrative Führungsaufgabe an einem strategisch exponierten Außenposten der Deutschen Bucht.
|
|
|
|
|
| Historischer Kontext & Organisation
|
|
|
| Aufstellung: |
Ausbau im Zuge der Remilitarisierung der Nordseeinseln ab 1935; Etablierung einer festen Standortkommandantur zur Verwaltung der wachsenden Marine-Garnison.
|
| Aufgaben: |
Standortverwaltung, Hafenkapitänsdienst, Koordination der Inselflat (Marine-Flak-Abteilungen) und Verwaltung der umfangreichen Munitions- und Treibstoffdepots.
|
| Unterstellung: |
Truppendienstlich dem Stationskommando Nordsee (Wilhelmshaven) zugeordnet; taktisch in das Verteidigungssystem "Festung Sylt" integriert.
|
| Ende 1945: |
Übergabe der Dienstgeschäfte an die britischen Besatzungstruppen im Mai 1945 nach der kampflosen Besetzung der Insel.
|
|
|
| Spezifische operative Details
|
|
|
| Flugplatzsicherung: |
Logistische Unterstützung für den Seefliegerhorst List; Bereitstellung von technischem Hilfspersonal für die Wartung der Schwimmerflugzeuge (He 115, Do 18).
|
| Küstenschutz: |
Überwachung des zivilen Schiffsverkehrs im Lister Tief und Koordination der Alarmposten zur Abwehr von See- und Luftlandungen.
|
| Infrastrukturmanagement: |
Verwaltung der Kasernenanlagen ("Garnison List") und der sozialen Einrichtungen für die dauerhaft stationierten Stammbesatzungen.
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Personaldurchlauf: |
List diente als kurzzeitiger Sammlungsort für U-Boot-Personal, das zu Lehrgängen bei den dortigen Nachrichten- oder Küstenfliegereinheiten kommandiert war.
|
| Logistik-Stopp: |
Nutzung des Hafens als Schutzraum und Versorgungsstelle für kleine Überwassereinheiten und U-Boote auf dem Marsch durch das nordfriesische Wattenmeer.
|
| Biografischer Marker: |
In den Stammrollen markiert der Dienst bei der Kommandantur List eine Verwendung in der Bodenorganisation eines hochfrequentierten Marinestützpunktes.
|
|
|
| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 45-I |
Festungskommandant Sylt / Seekommandant Nordfriesland: Akten zur Organisation der Kommandantur List und zur Verteidigungsplanung der Insel.
|
| BArch RM 121 / 162 |
Marine-Verwaltung: Bestimmungen über die Befugnisse der Standortkommandanturen und die Zusammenarbeit mit dem Stationskommando Nordsee.
|
| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über Kommandierungen zur Standortverwaltung List und Qualifikationsberichte des dortigen Personals.
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Lohmann / Hildebrand |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Bodenorganisation der Marinestation der Nordsee und den Inselkommandanturen).
|
| Harnack, Wolfgang |
Die Verteidigung der Küsten (Details zur militärischen Bedeutung und zum infrastrukturellen Ausbau des Standortes List auf Sylt).
|
| Hildebrand, Hans H. |
Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945 (Details zur Stabsarbeit in den Kommandanturen).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|