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Marine-Nachrichtenabteilung 2

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Marine-Nachrichtenabteilung 2 (Gotenhafen)
Die Marine-Nachrichtenabteilung 2 war eine zentrale landseitige Nachrichteneinheit im Bereich der Marinestation der Ostsee. Sie war für den Betrieb der gesamten nachrichtentechnischen Infrastruktur im Großraum Gotenhafen (Gdingen) verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehörten die Abwicklung des Funk- und Fernschreibverkehrs, der Betrieb von Signalstellen sowie die technische Betreuung der fest installierten Kommunikationsnetze. Als wichtiger Knotenpunkt sicherte sie die Verbindung zwischen den operativen Verbänden in der Danziger Bucht und den höheren Führungsstäben.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert im Zuge des Ausbaus von Gotenhafen zum Hauptstützpunkt der Ostsee; dem Nachrichtenführer der Marinestation Ostsee unterstellt.
Standort: Gotenhafen (Westpreußen). Nutzung moderner Sende- und Empfangsanlagen sowie Bunkerzentralen im Hafen- und Stadtgebiet.
Aufgabe: Funk- und Fernsprechdienst; Betrieb der Flaggensignalstationen; Instandhaltung der Fernmeldeleitungen; Chiffrierwesen (Enigma-Verwaltung).
Ende 1945: Evakuierung und Auflösung im Frühjahr 1945 während der Räumung Gotenhafens vor den sowjetischen Truppen; Reste kapitulierten im Mai 1945.
Spezifische Merkmale
B-Dienst: Enge Verzahnung mit dem Beobachtungsdienst (Funkaufklärung) zur Überwachung sowjetischer Flottenbewegungen in der östlichen Ostsee.
Technik: Einsatz von Hochleistungssendern zur Sicherstellung der Kommunikation mit den weiträumig operierenden Einheiten im Baltikum.
Ausbildung: Unterstützung der nachrichtentechnischen Einweisung des Personals für die zahlreichen in Gotenhafen ansässigen Schulflottillen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Funkführung: Zentrale Schaltstelle für den Funkverkehr mit den Ausbildungsflottillen (z. B. 22. U-Flottille) und den U-Boot-Neubauten bei Erprobungsfahrten.
Ortung: Übermittlung von Funkmess- und Wettermeldungen an die in der Danziger Bucht übenden U-Boot-Besatzungen.
Stützpunktlogistik: Sicherstellung der nachrichtentechnischen Einsatzbereitschaft der U-Boot-Stützpunktgruppe Gotenhafen und der dortigen Arsenale.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die Organisation des Nachrichtenwesens in der Ostsee und die Struktur der Nachrichtenabteilungen.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur Zusammenarbeit mit der Nachrichtenabteilung 2 bei der Fachausbildung.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Nachrichtenoffiziere und Funkpersonal am Standort Gotenhafen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Nachrichtenwesen: Die Landorganisation).
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst“ (Details zur Netzstruktur im Ostseeraum).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Informationen zur nachrichtentechnischen Infrastruktur Gotenhafens).
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