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Marine-Nachrichtenoffizier List

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Dienststelle Marine-Nachrichtenoffizier List
Die Dienststelle des Marine-Nachrichtenoffiziers (M.N.O.) List war eine spezialisierte regionale Fachdienststelle des Marinenachrichtendienstes an der nördlichen Spitze der Insel Sylt. Sie unterstand fachlich der Marinenachrichteninspektion und truppendienstlich dem Küstenbefehlshaber Nordfriesland. Die Hauptaufgaben umfassten die Küstenüberwachung mittels Signalstationen und Funkmessstellen (Radar) sowie die Sicherstellung der Kommunikation zwischen den Batterien der Marine-Artillerie auf Sylt. Für die U-Boot-Waffe war List ein entscheidender Beobachtungspunkt zur Sicherung der Auslaufwege aus dem nordfriesischen Wattenmeer in die offene Nordsee. Zudem betrieb die Dienststelle wichtige Empfangsanlagen zur Funkaufklärung des britischen Funkverkehrs und koordinierte den Flugmeldedienst über alliierte Bomberverbände, was für die Sicherheit der in der Deutschen Bucht operierenden U-Boote lebensnotwendig war.
Historischer Kontext & Organisation
Standort: List auf Sylt (Schleswig-Holstein); nördlichster Stützpunkt zur Überwachung der seeseitigen Ansteuerungswege nach Elbe und Weser.
Küstenüberwachung: Betrieb von Funkmessortungsanlagen (Radar) zur frühzeitigen Erfassung feindlicher See- und Luftstreitkräfte im Vorfeld der schleswig-holsteinischen Westküste.
Funkaufklärung: Unterhaltung spezialisierter Horchstellen zur Überwachung und Auswertung des britischen Funkverkehrs über der Nordsee zur Gewinnung taktischer Erkenntnisse.
Nachrichtenfluss: Zentrale Schaltstelle für den Meldekopf der Küstenverteidigung; Koordination der Signalübermittlung zwischen Landbatterien und einlaufenden Sicherungsstreitkräften.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Auslaufsicherung: Überwachung der Zwangsfahrwege für U-Boote, die von den Werftstandorten Hamburg oder Brunsbüttel kommend in die operative Nordsee verlegten.
Flugmeldedienst: Rechtzeitige Warnung der U-Boote vor alliierten Luftangriffen; entscheidender Faktor für die Sicherheit der Boote während der Überwasserfahrt in der Deutschen Bucht.
Biografischer Marker: In den Personalunterlagen markiert eine Verwendung beim M.N.O. List oft eine Fachspezialisierung in der Nachrichtentechnik oder eine Phase der Rekonvaleszenz für Frontoffiziere.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 142 Marinenachrichtenwesen: Unterlagen zur Organisation, Ausstattung und den Dienstvorschriften der Nachrichtendienststellen im Bereich der Nordsee.
BArch RM 45-I / 62 Küstenbefehlshaber Nordfriesland: Akten zum operativen Zusammenwirken zwischen dem M.N.O. List und den Einheiten der Küstenverteidigung auf Sylt.
BArch RM 121 / 642 Personalwesen: Dokumente zur personellen Besetzung der Nachrichten- und Signalstellen auf Sylt während des Zeitraums 1939–1945.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Abschnitt Führung: Der Marinenachrichtendienst und die Struktur der regionalen Nachrichtenoffiziere).
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst“ (Umfassendes Standardwerk zur technischen Ausstattung der Küstenstationen und der Entwicklung der Funkmessleitung).
Harnack, Wolfgang „Die Verteidigung der Küsten“ (Bietet detaillierte Einblicke in die Nachrichtenstruktur und die artilleristische Sicherung im Raum Nordfriesland).
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