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Marineoberartillerist

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Dienstgrad Marineoberartillerist
Der Marineoberartillerist war ein Mannschaftsdienstgrad der Marineartillerie (Laufbahn IV) in der Kriegsmarine. Er entsprach dem Dienstgrad eines Obergefreiten im Heer. Als Soldat mit erster Dienstbewährung wurde er primär in den Marine-Artillerie-Abteilungen (M.A.A.) zum Schutz der Küsten und Häfen eingesetzt. Zu seinen Aufgaben gehörte die Bedienung von Geschützen (Richt-, Lade- oder Munitionsschütze), der Dienst an Entfernungsmessgeräten sowie die Instandhaltung der artilleristischen Anlagen. Er war das erfahrene Fundament der Geschützbedienungen und konnte bei Eignung zum Maat (Unteroffizier) befördert werden.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Beförderung: In der Regel nach einer Dienstzeit von ca. einem Jahr und erfolgreicher Bewährung als Marineartillerist.
Aufgabe: Bedienung schwerer und leichter Küstengeschütze; Mitwirkung beim Munitionsnachschub; Posten- und Wachdienst in Batterieanlagen.
Kennzeichnung: Ein goldener Winkel auf dem linken Oberarm; Laufbahnabzeichen: Gekreuzte Rohre (Marineartillerie).
Ende 1945: Mit der Auflösung der Kriegsmarine nach der Gesamtkapitulation im Mai 1945 erlosch die Dienstgradbezeichnung.
Spezifische Merkmale
Fachkunde: Vertiefte Kenntnisse in der Geschützkunde und der Handhabung verschiedener Zündertypen im Vergleich zum Rekrutenstatus.
Ausbildung: Er fungierte oft als Einweiser für neu eintreffende Marineartilleristen innerhalb der Geschützgruppe oder des Munitionszuges.
Einsatz: Verwendung sowohl in ortsfesten Küstenbatterien als auch in mobilen Marine-Flak-Abteilungen zum Schutz strategischer Objekte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktschutz: Marineoberartilleristen besetzten die Flak- und Artilleriestände, die die U-Boot-Bunker (z. B. in Frankreich oder Norwegen) gegen Angriffe sicherten.
U-Abwehr: Einsatz in den Küstenbeobachtungsstellen, die für die Meldung feindlicher Bewegungen im Umfeld der U-Boot-Stützpunkte zuständig waren.
Personalwechsel: Bei personellen Engpässen wurden bewährte Oberartilleristen zur U-Boot-Waffe umgeschult, insbesondere für den Dienst an der Flak auf dem Wintergarten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Bestimmungen über die Dienstgrade, Laufbahnen und Uniformierung der Marineartillerie (M.Dv. 260).
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur Ausbildung und Beförderung in den Marine-Artillerie-Ersatzabteilungen.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Mannschaftsdienstgraden mit Beförderungsnachweisen zum Marineoberartilleristen.
Literaturverweise
Schlicht / Angolia „Die Kriegsmarine - Uniformen und Ausrüstung 1933–1945“ (Details zu Rangabzeichen und Laufbahnen).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Personalwesen der Landorganisation).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Mannschaftsdienstgrade).
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