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Oberkommando der Marine

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Oberkommando der Marine (O.K.M.)
Das Oberkommando der Marine (O.K.M.) war die höchste militärische Kommandobehörde und das administrative Zentrum der Kriegsmarine. Es entstand 1935 aus der vormaligen Marineleitung und fungierte als strategische Instanz, die über Ressourcenverteilung, Neubauprogramme und die globale Seekriegführung entschied. Für die U-Boot-Waffe bildete das O.K.M. die entscheidende übergeordnete Instanz für alle personellen und technologischen Weichenstellungen.
Struktur und Kernabteilungen
Führung: Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (Ob.d.M.); zunächst Großadmiral Erich Raeder (bis 1943), gefolgt von Großadmiral Karl Dönitz.
Seekriegsleitung (Skl): Operative Zentrale für die strategische Planung und globale Schwerpunktsetzung des Seekrieges (Bestand RM 7).
Marinepersonalamt (MPA): Verwaltung der Personalakten, Beförderungen und Crew-Zuweisungen (z. B. Udo Behrens oder Fritz Berends).
Amt Kriegsschiffbau (K): Verantwortlich für Entwurf und Bau der U-Boote; Steuerung der Entwicklung vom Typ II bis zu den Elektrobooten Typ XXI/XXIII.
Hauptquartiere: Sitz im "Shell-Haus" am Tirpitzufer (Berlin); gegen Kriegsende Verlegung in das Waldlager "Koralle" bei Bernau.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Strategische Priorität: Das O.K.M. bestimmte globale Einsatzräume (z. B. Mittelmeer oder Eismeer) und entschied über die Verteilung von Treibstoff und Munition.
Personalhoheit: Formale Bestätigung jeder Kommandanten-Ernennung sowie Steuerung des Offiziersnachwuchses aus den Marineschulen durch das MPA.
Technologieführung: Koordination kriegsentscheidender Innovationen wie der Schnorchel-Technik und der Hochleistungs-Batterieanlagen für die neue U-Boot-Generation.
Das Ende des O.K.M. (Mai 1945)
Sonderbereich Mürwik: Verlegung der Führung nach Norden in den Bereich Flensburg-Mürwik zur Bildung der letzten Reichsregierung unter Karl Dönitz.
Generaladmiral v. Friedeburg: Unterzeichnung der Teilkapitulation am 04.05.1945; administrative Koordination der Entwaffnung unter britischer Aufsicht bis zum 23.05.1945.
Auflösung: Offizielles Ende des O.K.M. mit der Verhaftung der Regierung Dönitz durch britische Truppen am 23.05.1945.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 6 Akten des Stabs des Oberkommandos der Kriegsmarine (Zentrale Schriftgutverwaltung).
BArch RM 7 Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur operativen und strategischen Führung der U-Boot-Waffe.
BArch PERS 6 Personalunterlagen des Marinepersonalamts: Dokumentation der Laufbahnen und Crew-Zuweisungen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band I & III, detaillierte Gliederung und Stellenbesetzung des O.K.M.).
Karl Dönitz "Zehn Jahre und zwanzig Tage" (Erinnerungen zur Führungstätigkeit im O.K.M. und im Stab B.d.U.).
Dülffer, Jost "Weimar, Hitler und die Marine" (Reichsmarine-Übergang und Aufbau des O.K.M.).
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