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Oberkommando der Marine Op.

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Dienststelle Oberkommando der Marine Op. / 1. Abteilung der Seekriegsleitung (Skl/Op)
Die 1. Abteilung der Seekriegsleitung (Skl/Op) war das operative Zentrum des Oberkommandos der Marine (OKM). Sie war verantwortlich für die Planung, Vorbereitung und Führung der gesamten Seekriegführung im globalen Maßstab. Unter der Leitung des Chefs des Stabes der Skl wurden hier die strategischen Weisungen für alle Kriegsschauplätze (Atlantik, Nordmeer, Ostsee, Mittelmeer) erarbeitet. Die Abteilung koordinierte den Einsatz der Flottenstreitkräfte und bildete die Schnittstelle zwischen der politischen Führung (OKW) und den operativen Befehlshabern an der Front. Ihr unterstanden spezialisierte Referate für Operationsplanung, Nachrichtenauswertung und die Zusammenarbeit mit den anderen Wehrmachtteilen.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Strategische Operationsplanung; Erlass von Weisungen für die Seekriegführung; Lagebeurteilung; Zusammenarbeit mit dem OKW-Führungsstab.
Struktur: Gliederung in Unterabteilungen für verschiedene Seegebiete (z. B. Op Nord, Op Süd) sowie Fachreferate für Nachrichtendienst und Fernmeldewesen.
Standort: Berlin (Tiergarten, Tirpitzufer); ab 1943 Verlegung in das geschützte Hauptquartier Lager „Koralle“ bei Bernau.
Ende 1945: Auflösung im Mai 1945; Sicherstellung der Kriegstagebücher durch die Alliierten (zentrale Quelle der Marinegeschichte).
Spezifische Merkmale
Führung: Besetzung durch hochrangige Admiralstabsoffiziere, u. a. Konteradmiral Gerhard Wagner (6. Abt. / Op).
Entscheidungsgewalt: Die Skl/Op legte die Schwerpunkte des Kriegseinsatzes fest, etwa den Übergang vom Überwasserkrieg zum verstärkten U-Boot-Krieg.
Kommunikation: Enge Verzahnung mit dem B-Dienst zur sofortigen Umsetzung von Funkaufklärungsergebnissen in operative Befehle.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Weisungsrecht: Die Skl/Op gab dem BdU (Befehlshaber der Unterseeboote) die strategischen Ziele vor, während die taktische Führung beim BdU verblieb.
Unterstützung: Koordination von Überwasserstreitkräften und Luftwaffe zur Unterstützung von U-Boot-Operationen (z. B. Aufklärung für Geleitzugschlachten).
Ressourcen: Verteilung der Prioritäten im Schiffbau und bei der Zuweisung von Treibstoff und Munition zwischen U-Booten und Flotte.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Die zentralen Kriegstagebücher der 1. Abteilung (Skl/Op) mit allen operativen Befehlen.
BArch RM 6 Oberkommando der Marine: Akten über die Zusammenarbeit zwischen der Operationsabteilung und dem Wehrmachtführungsstab.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge der Admiralstabsoffiziere in der Operationsabteilung (z. B. Wagner, Meisel).
Literaturverweise
Salewski, Michael „Die deutsche Seekriegsleitung 1935–1945“ (Das Standardwerk zur Skl/Op).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel: Die Seekriegsleitung).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Abteilungsleiter).
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