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Rekruten-Unteroffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung Rekruten-Unteroffizier (Ausbilder in den Stammabteilungen)
Ein Rekruten-Unteroffizier war in der deutschen Marine (Kaiserliche Marine, Reichsmarine und Kriegsmarine) ein erfahrener Unteroffizier, der speziell für die Grundausbildung von Rekruten in einer Schiffsstammabteilung oder einer Ergänzungsabteilung eingesetzt wurde. Er fungierte als erster militärischer Ansprechpartner und prägte durch infanteristische sowie seemännische Basisschulung die disziplinarische Haltung des Nachwuchses. In der U-Boot-Waffe war seine Arbeit das Fundament für die bedingungslose Ordnung und das technische Verständnis auf engstem Raum unter Gefechtsbedingungen.
Aufgaben und Funktionen
Grundausbildung: Leitung der infanteristischen Basisschulung; Exerzierdienst, Waffenkunde (Karabiner 98k), formale Disziplin und Vermittlung marinetypischer Bräuche und Traditionen.
Vorgesetzter: Funktion als Gruppenführer oder stellvertretender Zugführer; direkte Verantwortung für die Führung und Erziehung einer Rekrutengruppe innerhalb der Ausbildungskompanie.
Selektion: Bewertung der charakterlichen und physischen Eignung der Rekruten für spezialisierte Fachlaufbahnen, insbesondere für den harten Dienst in der U-Boot-Waffe.
Rotation: Oft zeitlich begrenzte Kommandierung bewährter Front-Unteroffiziere (Maate/Obermaate) aus den Flottillen zurück in die Heimatstandorte (z. B. Pillau, Stralsund, Wilhelmshaven).
Spezifische Kennzeichen und Relevanz
Kennzeichnung: Kenntlichmachung oft durch die Dienststellung; Unteroffiziere mit Portepee trugen die charakteristischen goldfarbenen Tressen am Kragen und an den Ärmelpatten der Feldbluse.
Prägung: Vermittlung der „U-Boot-Mentalität“ bereits in der Stammabteilung; Drill zur absoluten Zuverlässigkeit, die bei Havarien in der Zentrale oder im Maschinenraum lebenswichtig war.
Personaltransfer: Nach der Ausbildungszeit kehrten diese Unteroffiziere häufig als erfahrene Steuermänner oder Waffenleitvormänner auf Frontboote zurück, was den taktischen Erfahrungsaustausch sicherte.
Tradition: In der Reichsmarine (12-Jahres-Verpflichtung) war der Rekruten-Uffz. ein hochselektierter Spezialist mit dem Ziel, jeden Rekruten zum potenziellen Führer auszubilden.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem spezifischen Eintrag: „als Ausbilder / Rekruten-Uffz. zur [X.] Schiffsstammabteilung kommandiert“ inklusive Eignungstests.
BArch RM 121 Schiffsstammabteilungen: Belegt die namentlichen Stellenbesetzungslisten der Ausbildungskompanien und die Zuweisung der Unteroffiziere zu den jeweiligen Rekrutenstämmen.
BArch RHD 18 Marine-Dienstvorschrift M.Dv. 32: Die Personalordnung definiert die strengen Auswahlkriterien und fachlichen Voraussetzungen für Unteroffiziere im Ausbildungsdienst.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945" (Band 2, Abschnitt Ersatzwesen: Organisation der Stamm- und Ergänzungsabteilungen).
Schlicht / Angolia "Die deutsche Wehrmacht - Band 2: Die Kriegsmarine" (Detaillierte Darstellung der Uniformierung und der spezifischen Dienststellungskennzeichen).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, S. 291 ff.: Übersicht der Marine-Ausbildungseinheiten und deren personelle Struktur).
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