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Schießlehrer

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung Schießlehrer
In der U-Boot-Waffe war der Schießlehrer ein hochspezialisierter Offizier oder erfahrener Portepee-Unteroffizier, der für die Ausbildung im scharfen Schuss – sowohl mit der Artillerie (Deckskanone/Flak) als auch mit dem Torpedo – verantwortlich zeichnete. Er fungierte als technischer und taktischer Mentor während der entscheidenden Ausbildungsphasen in der Ostsee. Sein Primärziel war die Steigerung der Trefferwahrscheinlichkeit unter simulierten Gefechtsbedingungen vor der Verlegung an die Front.
Aufgaben und Funktionen
Praktische Unterweisung: Leitung der Schießübungen auf See (z. B. bei der 24. U-Flottille oder der Agru-Front); Überwachung der Arbeit am Torpedorechengerät und der Zielansprache durch den Kommandanten.
Fehleranalyse: Systematische Auswertung der Trefferbilder oder Fehlschüsse nach den Übungsschüssen; Korrektur taktischer Fehler bei der Berechnung von Vorhaltewinkeln, Distanzen und Gegnerfahrt.
Artillerieschulung: Ausbildung der Fla-Vormänner und Richtschützen an der 2-cm- und 3,7-cm-Flak sowie Einweisung der Bedienungen an der 8,8-cm- oder 10,5-cm-U-Boot-Deckskanone.
Abnahme der Frontreife: Maßgebliches Urteil im Leistungsbuch des Bootes; seine Zertifizierung war die zwingende Voraussetzung für die Einstufung der Besatzung als „schießgerecht“ für den Fronteinsatz.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Munitionsökonomie: Sicherstellung einer hohen Trefferrate zur Minimierung der Verschwendung extrem teurer und begrenzter Torpedobestände während der monatelangen Feindfahrten im Atlantik.
Wissenstransfer: Schießlehrer waren oft erfolgreiche ehemalige Frontoffiziere, die nach mehreren Unternehmungen ihr Praxiswissen als Lehrpersonal an Einheiten wie die 1. U.L.D. weitergaben.
Technik-Einweisung: Verantwortlich für die Umschulung der Kommandanten auf die Besonderheiten neuer Torpedotypen, insbesondere flächenabsucherende (FAT) und eigenlenkende Torpedos (Zaunkönig).
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 U-Boots-Lehrdivisionen: Dokumentiert die detaillierten Schießlehrgänge, Prüfungsprotokolle und die namentliche Zuweisung von Lehrpersonal.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit spezifischen Vermerken wie „Schießlehrer an der Torpedoschule“ oder „Artillerie-Schießlehrer“ in den militärischen Stammrollen.
BArch RM 20 Schulen der Kriegsmarine: Belegt die methodische Ausbildung der Schießlehrer an den Waffenschulen wie der S.A.S. (Schiffsartillerieschule) oder T.S. (Torpedoschule).
Literaturverweise
M.Dv. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine (Laufbahnbestimmungen und Dienststellungen).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Ausbildung/Artillerie/Torpedo).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939–1945, Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften" (Details zur Ausbildungsgruppe Front/Agru-Front).
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