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| Verband
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Schulverband des Höheren Kommandos der Torpedoschulen
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| Der Schulverband des Höheren Kommandos der Torpedoschulen war eine organisatorische Zusammenfassung von Schulbooten und Hilfsschiffen, die den praktischen Ausbildungsbetrieb der verschiedenen Torpedoschulen (insbes. Flensburg-Mürwik) auf See sicherstellten. Er lieferte die notwendige schwimmende Infrastruktur, um theoretisches Wissen in die maritime Praxis umzusetzen. Für die U-Boot-Waffe war dieser Verband essentiell, da hier die reale Handhabung der Waffensysteme unter simulierten Gefechtsbedingungen trainiert wurde.
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| Historische Entwicklung und Einordnung
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| Reichsmarine: |
Konzentration der Torpedoausbildung in der Inspektion des Torpedowesens bis 15.03.1935; Sicherung der Schießübungen durch einen kleinen Verband aus älteren Booten.
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| Kriegsmarine: |
Massive Expansion infolge des U-Boot-Aufbaus ab 16.03.1935; Schaffung des Höheren Kommandos zur Koordination der Standorte Flensburg-Mürwik, Travemünde und der östlichen Ostsee.
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| Funktion: |
Bereitstellung der „schwimmenden Klassenzimmer“ für die fachspezifische Ausbildung der Torpedomechaniker, Torpedoausbildungsoffiziere und angehenden Kommandanten.
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| Ende 1945: |
Auflösung des Verbandes im Mai 1945; die verbliebenen Fahrzeuge wurden teilweise für Minenräumaufgaben im Rahmen der German Minesweeping Administration herangezogen.
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| Aufgaben und Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Schießplattformen: |
Einsatz spezieller Boote für die praktische Torpedoschießausbildung; Training der Zielansprache und der korrekten Einstellung der Lauftiefe und Geschwindigkeit.
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| Zieldienst: |
Betrieb von älteren Einheiten oder spezialisierten Zielschiffen für Übungsschüsse mit Gipskopf-Torpedos zur gefahrlosen Simulation von Geleitzugangriffen.
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| Erprobung: |
Aktive Unterstützung bei der Einsatzerprobung neuer Torpedotypen, wie akustische Eigenlenker (Zaunkönig), unter kontrollierten Schulbedingungen vor der Frontreife.
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| Kaderschmiede: |
Praktisches Prüffeld für nahezu jedes Besatzungsmitglied der U-Boot-Waffe, das in der Waffenwartung oder technischen Instandsetzung an Bord tätig war.
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| Zusammensetzung des Verbandes
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| Torpedoboote: |
Einsatz älterer Einheiten der Raubtier- oder Raubvogel-Klasse als multifunktionale Ausbildungs- und Sicherungsfahrzeuge.
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| Hilfsschiffe: |
Integration requirierter kleiner Dampfer, Fangboote und Tender zur logistischen Unterstützung des weiträumigen Übungsbetriebs in der Ostsee.
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| TF-Boote: |
Verwendung spezieller Torpedofangboote zum Bergen verschossener Übungstorpedos zur technischen Auswertung und Wiederverwendung im Lehrgang.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 11 |
Inspektion des Torpedowesens: Enthält Aufstellungsbefehle, Zuweisungen von Schiffen und Berichte über die Effektivität des Schulverbandes.
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| BArch RM 20 |
Schulen der Kriegsmarine: Dokumentiert die enge Verzahnung zwischen den theoretischen Lehranstalten und dem praktischen Dienst im Schulverband.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge von Seeoffizieren mit dokumentierten Dienstzeiten als Leiter von Teilverbänden innerhalb der Ausbildungsgruppen.
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| Literaturverweise
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| M.Dv. 32 |
Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine (Organisation des Ausbildungspersonals).
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Torpedowesen und Schulorganisation).
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| Rössler, Eberhard |
"Die Torpedos der deutschen U-Boote" (Technische Aspekte der Ausbildung an Bord der Schulschiffe).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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