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Torpedolehrgang für Mehrzweckstaffeln (See)

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Torpedolehrgang für Mehrzweckstaffeln (See)
Dieser Lehrgang war eine fachspezifische Waffenausbildung für fliegendes Personal der Luftwaffe, das in Mehrzweck- oder Küstenfliegerstaffeln eingesetzt war. Ziel war die Beherrschung des Lufttorpedo-Angriffs gegen Seeziele. Die Ausbildung umfasste die physikalischen Grundlagen des Torpedolaufs im Wasser, die Berechnung von Vorhaltewinkeln und das praktische Training des Abwurfs unter Einhaltung exakter Parameter wie Höhe, Geschwindigkeit und Neigungswinkel. Die Schulung fand oft an der Lufttorpedoschule oder in Kooperation mit der Torpedoversuchsanstalt (TVA) statt. In den Personalunterlagen dokumentiert dieser Lehrgang die Befähigung zum Einsatz als Torpedoflieger, einer der gefährlichsten Verwendungen im Seekrieg, insbesondere bei Angriffen auf stark gesicherte Geleitzüge im Nordmeer oder Mittelmeer.
Ausbildungsinhalte & Schwerpunkte
Abwurf-Parameter: Intensives Training zur Einhaltung der kritischen Abwurfhöhe und Geschwindigkeit, um ein Zerschellen oder "Springen" des Torpedos beim Wassereintritt zu verhindern.
Zielansprache: Schulung der Beobachter in der Identifizierung feindlicher Schiffstypen und der Einschätzung von deren Geschwindigkeit zur korrekten Einstellung der Torpedolaufbahn.
Gerätetechnik: Einweisung in die Wartung der Lufttorpedo-Aggregate sowie die Handhabung der elektrischen Zündvorrichtungen, Tiefenregler und der Kreiselsteuerung.
Taktik des Angriffs: Koordination des Anflugs im Verband (Zangenangriff), um die Flak-Abwehr des Gegners zu splittern und die Trefferwahrscheinlichkeit durch Fächerschüsse zu erhöhen.
Spezifische Details & Ergänzungen
Lufttorpedoschule: Nutzung spezialisierter Übungsplätze über der Ostsee (z. B. Großenbrode oder Libau) für scharfe Abwurfübungen gegen ausrangierte Zielschiffe.
Wetterbedingungen: Schulung für Angriffe bei extremen Wetterverhältnissen und schlechter Sicht, was insbesondere für die Einsätze im Eismeer gegen PQ-Konvois lebensnotwendig war.
Kooperation: Einbindung technischer Erprobungsergebnisse der Erprobungsstelle See in die Lehrgangsinhalte zur Optimierung der Zuverlässigkeit der Waffen-Ausrüstung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Taktik-Abgleich: Torpedoflieger arbeiteten oft koordiniert mit U-Boot-Angriffen; die Kenntnis über deren Angriffsverfahren verhinderte folgenschweren Eigenbeschuss in den Gefechtsgebieten.
Versenkungserfolge: Erfolgreich geschulte Mehrzweckstaffeln reduzierten den Sicherungsschirm feindlicher Konvois und schufen so taktische Lücken für den Anmarsch der U-Boot-Rudel.
Biografischer Marker: In den Personalakten dokumentiert dieser Lehrgang eine Spitzenqualifikation innerhalb der Marineluftwaffe und die Zugehörigkeit zur spezialisierten Torpedowaffe.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RL 2-III Luftwaffe / Generalstab: Akten zur Organisation der Lufttorpedowaffe und detaillierte Lehrgangspläne für die Mehrzweckstaffeln See.
BArch PERS 6 Personalakten: Individuelle Nachweise über erfolgreich absolvierte Torpedolehrgänge und Bordverwendungen in Torpedostaffeln.
BArch RL 3 Generalluftzeugmeister: Dokumentation zur Entwicklung, Fertigung und Erprobung der im Lehrgang verwendeten Lufttorpedotypen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Marineluftwaffe und der taktischen Ausbildung der Torpedoflieger).
Koos, Volker Luftfahrt zwischen Ostsee und Breitling (Details zur Typenerprobung und den Schulungsstandorten in Warnemünde und Umgebung).
Thamm, Wolfgang Die Glaserkolonne (Umfassende Darstellung der Lufttorpedowaffe und der Ausbildung der See-Mehrzweckstaffeln).
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