Aktionen

Transportflotte B

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Transportflotte B (Unternehmen Seelöwe)
Die Transportflotte B war ein maritimer Großverband, der im Sommer 1940 für die geplante Invasion Englands ("Unternehmen Seelöwe") aufgestellt wurde. Sie unterstand dem Befehl von Vizeadmiral Hermann von Fischel und war dafür vorgesehen, Heeresverbände der 9. Armee von den Häfen Dünkirchen, Calais und Gravelines an die englische Küste zwischen Hythe und Hastings zu setzen. Der Verband bestand aus hunderten umgebauten Flusskähnen, Motorschuten, Schleppern und Motorbooten, die für den Hochseetransport von Truppen und schwerem Gerät vorbereitet worden waren.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert im August 1940 unter Einbeziehung des zivilen Schiffsraums aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Fachlich koordiniert durch die Seebefehlsstelle von Fischel.
Standort: Sammelräume waren die Häfen Dünkirchen, Calais und Gravelines. Die Ausbildung der Besatzungen und Verladetests fanden in den dortigen Hafenbecken und küstennahen Gewässern statt.
Technik: Einsatz von "Seelöwe-Prähmen" (umgebaute Elbkähne und Prahme), die teilweise mit Betonrampen und leichter Flak ausgerüstet waren. Schlepperverbände sollten die manövrierunfähigen Kähne ziehen.
Ende 1945: Nach der endgültigen Absage von "Seelöwe" im Jahr 1941 wurden die Schiffe an die zivile Wirtschaft zurückgegeben oder für Transportaufgaben an der Atlantikküste sowie im Mittelmeer umgerüstet.
Spezifische Merkmale
Invasionsabschnitt: Verantwortung für den Transport der ersten Landungswelle der 9. Armee in den Sektor "B" der englischen Südküste zwischen Hythe und Hastings.
Überfahrtstaktik: Planung einer nächtlichen Überquerung des Ärmelkanals in geschlossenen Schleppzügen, gesichert durch die 2. Sperrbrecherflottille und leichte Seestreitkräfte.
Logistikhärte: Bewältigung der enormen Schwierigkeiten beim Beladen von schwerem Gerät auf nicht hochseetaugliche Binnenschiffe unter Gezeiteneinfluss.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flankenschutz: Die Transportflotte B sollte während der Übersetzphase durch U-Boot-Sperrlinien im westlichen Ärmelkanal gegen Vorstöße der Royal Navy abgeschirmt werden.
Stützpunktausbau: Die für die Transportflotte geschaffene Infrastruktur in Dünkirchen und Calais diente später als logistische Basis für die dortigen U-Boot-Sicherungsflottillen.
Personaltransfer: Nach Auflösung der Flotte wechselten zahlreiche erfahrene Schiffsführer und Techniker in die Landungsflottillen und Sicherungsverbände der U-Boot-Waffe.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die Bereitstellung von Schiffsraum und die operative Gliederung der Transportflotte B für Seelöwe.
BArch RM 35 Marinegruppenkommando West: Berichte über Beladeübungen und die taktische Unterstellung der Transportverbände in Nordfrankreich.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Kommandierungen von Seeoffizieren zu den Stäben der Transportflottenführung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel Unternehmen Seelöwe: Transportflotten).
Schenk, Peter „Landung in England“ (Detaillierte Auflistung der Schiffe und Verbände der Transportflotte B).
Mallmann Showell, J. „Das Handbuch der deutschen Kriegsmarine“ (Hinweise zur Organisation der Invasionsverbände).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132