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Transportkommandantur Dünkirchen

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Dienststelle Transportkommandantur Dünkirchen
Die Transportkommandantur Dünkirchen war eine logistische Fachdienststelle der Kriegsmarine im besetzten Frankreich. Sie war verantwortlich für die Planung, Überwachung und Durchführung sämtlicher militärischer Seetransporte im Raum Dünkirchen. Dies umfasste die Einschiffung von Truppen, die Zuweisung von Transportkapazitäten sowie die Koordination des Nachschubs für die Frontverbände am Ärmelkanal. In enger Zusammenarbeit mit der Hafenkommandantur stellte sie sicher, dass die logistischen Abläufe trotz der massiven alliierten Bedrohung aus der Luft und von See aufrechterhalten wurden.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Etabliert nach der Besetzung Nordfrankreichs 1940; administrativ dem [Seetransportchef Frankreich](https://invenio.bundesarchiv.de) unterstellt.
Standort: Dünkirchen (Dunkerque). Die Dienststelle nutzte die strategisch wichtige Hafenanlage als Umschlagplatz für den Küstennachschub.
Aufgabe: Organisation von Geleitzügen für Transportschiffe; Verwaltung der Schiffsräume; Überwachung der Be- und Entladevorgänge unter militärischem Schutz.
Ende 1945: Mit der Kapitulation der "Festung Dünkirchen" im Mai 1945 wurde die Transportkommandantur offiziell aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Kanalkrieg: Die Arbeit der Kommandantur war durch die ständige Gefährdung durch britische Schnellboote und Luftangriffe (Channel Dash) extrem erschwert.
Festungsbau: Maßgebliche Beteiligung am Transport von Material für den Ausbau des Atlantikwalls im Sektor Pas-de-Calais.
Evakuierung: In der Endphase des Krieges war die Kommandantur in die Versorgung der eingeschlossenen deutschen Truppen innerhalb der Festung Dünkirchen eingebunden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Materialnachschub: Sicherstellung des Transports von schweren Ersatzteilen und Torpedos für die Stützpunkte an der Kanalküste über den Seeweg.
Personaltransfer: Koordination der Truppentransporte für das Bodenpersonal und die Flak-Einheiten, die den Schutz der U-Boot-Nothäfen sicherstellten.
Wegesicherung: Abstimmung der Transportrouten mit den minenfreien Zwangswegen, die auch von ein- und auslaufenden U-Booten genutzt wurden.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 47 Hafen- und Transportkommandanturen: Akten über die logistische Abwicklung und Transportbefehle im Raum Dünkirchen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Auslastung der Transportkapazitäten und die Gefährdungslage am Ärmelkanal.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Seeoffiziere, die als Transportkommandanten oder Referenten in Dünkirchen eingesetzt waren.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Nachschubwesen: Die Transportorganisation).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur Bedeutung von Dünkirchen als Logistikdrehscheibe).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Dienststellenleiter in den besetzten Gebieten).
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