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| Ausbildungseinheit
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U-Ausbildungsabteilung Neustadt
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| Die U-Ausbildungsabteilung in Neustadt in Holstein war eine der wichtigsten Ausbildungseinrichtungen der U-Boot-Waffe. Gegründet in den 1930er Jahren, wurde sie später als Kernbestandteil in die 1. Unterseeboot-Lehrdivision (1. U.L.D.) integriert. Die Abteilung war auf die rettungstechnische und körperliche Basisausbildung spezialisiert. Herzstück war der Tauchtopf, in dem jeder U-Boot-Fahrer den Umgang mit dem Taucherretter und den Notausstieg aus einem simulierten Wrack unter hohem Wasserdruck trainieren musste. Neben der U-Besinnungsschulung und der Gasschutzausbildung diente Neustadt als harter Filter für die psychische Belastbarkeit ("Klaustrophobie-Test"). Wer die Prüfungen in Neustadt nicht bestand, wurde umgehend zu den Überwasserstreitkräften zurückversetzt. In den Personalunterlagen dokumentiert die Stationierung in Neustadt die erste Phase der Spezialisierung zum Unterseebootfahrer.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Aufstellung: |
Etablierung als spezialisierte Ausbildungsschmiede für den U-Boot-Nachwuchs; ab 1940 enge Verzahnung mit der 1. U.L.D. (Pillau/Neustadt).
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| Schwerpunkt: |
Rettungswesen und U-Besinnung; Ausbildung im Ausstieg aus gesunkenen Booten sowie Brand- und Leckabwehr unter realistischen Bedingungen.
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| Infrastruktur: |
Nutzung des Hafengeländes und spezialisierter Druckkammern; der 8,5 Meter tiefe Tauchtopf galt als eine der modernsten Anlagen seiner Zeit.
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| Ende 1945: |
Einstellung des Lehrbetriebs kurz vor Kriegsende; Nutzung der Anlagen für Verwundete und Flüchtlinge bis zur Übernahme durch britische Truppen.
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| Spezifische Details & Ergänzungen
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| Der Tauchtopf: |
Simulation von Ausstiegen aus bis zu 20 Metern Tiefe (mittels Druckkammer-Aufsatz); Training der Lungen-Druckentlastung zur Vermeidung von Embolien.
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| U-Gasschutz: |
Intensivschulung im Umgang mit Kali-Patronen und Atemschutzgeräten zur Bewältigung von Chlorgas-Ausbrüchen nach Batterietreffern.
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| Psychologische Auslese: |
Beobachtung der Rekruten während der Enge-Simulationen, um ungeeignetes Personal ("U-Boot-Koller"-anfällig) frühzeitig zu identifizieren.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Überlebensgarantie: |
Das in Neustadt vermittelte Wissen über Rettungstechnik rettete zahlreichen Besatzungen bei Havarien in Küstengewässern das Leben.
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| Flottillen-Nachschub: |
Jede Stammbesatzung der Frontflottillen durchlief als Einheit oder im Ersatzmannschafts-Pool die harte Schule der U-Ausbildungsabteilung.
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| Biografischer Marker: |
In den Stammrollen markiert der Eintrag „U-Ausb.Abt. Neustadt“ den physischen und mentalen Startpunkt der U-Boot-Karriere.
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| Quellenverweise - | Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 123 |
Unterseeboot-Lehrdivisionen: Akten zur Organisation der Ausbildungsgänge in Neustadt, Lehrpläne und Berichte über Tauchunfälle.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über Kommandierungen zur U-Ausbildungsabteilung Neustadt und ärztliche Tauglichkeitszeugnisse.
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| BArch RM 20 / 912 |
B.d.U. / Ausbildung: Richtlinien für die rettungstechnische Schulung der Besatzungen und Anforderungen an die Taucherausbildung.
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| Literaturverweise
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel über die Ausbildungsorganisation der U-Boot-Waffe).
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| Herzog, Bodo |
Deutsche U-Boote 1906–1966 (Details zur technischen Infrastruktur in Neustadt und der Entwicklung der Taucherretter).
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| Mulligan, Timothy |
Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945 (Soziologische Analyse der Rekrutierung und der harten Auslese in Neustadt).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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