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U-Bootsausbildung für Offiziere

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Ausbildung U-Bootsausbildung für Offiziere
Die U-Bootsausbildung für Offiziere war ein hochgradig selektiver Prozess zur Formung von Führungskräften, die den extremen technischen und taktischen Anforderungen auf Unterseebooten gewachsen waren. Koordiniert durch die Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.), bildete sie das qualitative Fundament für die Besetzung der Wachoffiziers- und Kommandantenposten.
Spezifische Belastungstests & Physische Auslese
Druckkammertest: Simulation von schnellen Druckveränderungen zur Prüfung der Trommelfell-Belastbarkeit beim Alarmtauchen. Wer den Druckausgleich nicht reflexartig beherrschte, wurde sofort aussortiert.
CO2-Toleranz-Schulung: Training in sauerstoffarmer Atmosphäre. Offiziere lernten die Symptome einer Kohlendioxidvergiftung bei sich und der Besatzung zu erkennen, um rechtzeitig Kali-Patronen einzusetzen.
Nachtseh-Training: Spezielle Schulung der Augen für den Überwasser-Angriff bei Nacht. Die Offiziere lernten, Schiffssilhouetten bei minimalem Restlicht in Sekundenbruchteilen zu identifizieren.
Taktische Spezialisierung & Simulation
Der Angriffssimulator: In Neustadt und Gotenhafen trainierten die Offiziere an mechanischen Simulatoren den Angriff mit dem Sehrohr. Hier wurden hunderte von Anlaufkurven berechnet, bevor der erste scharfe Schuss auf einem Schulboot erfolgte.
Kommandantenschule: Erfahrene Wachoffiziere besuchten vor ihrem ersten eigenen Kommando den Kommandanten-Schießlehrgang (24. U-Flottille). Hier mussten sie unter den Augen erfahrener „Asse“ ihre taktische Reife beweisen.
Logbuch-Führung: Akribische Schulung in der Führung des Kriegstagebuchs (KTB). Jede Entscheidung musste taktisch begründet und nautisch präzise dokumentiert werden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Psychologische Härte: Die Ausbildung zielte darauf ab, Offiziere zu formen, die auch nach 48 Stunden unter Wasserbombenverfolgung kühle, mathematisch korrekte Entscheidungen treffen konnten.
Allround-Wissen: Ein Seeoffizier musste im Notfall auch die Arbeit des Leitenden Ingenieurs (L.I.) verstehen, um das Überleben des Bootes bei technischen Totalausfällen zu sichern.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur Organisation der Lehrpläne.
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die fachliche Ausbildung des U-Boot-Personals.
BArch RM 3 / 1024 OKM-Berichte über die personelle Zuweisung von Offiziersnachwuchs.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Offiziersausbildung).
Rössler, Eberhard "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Technischer Kontext der Ausbildung).
Mulligan, Timothy P. "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Auswahlkriterien der Elite).
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