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1. Torpedobootsflottille: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die 1. Torpedobootsflottille wurde am 10.09.1920 in Swinemünde aus der bisherigen I. (Ostsee) - Minensuchflottille aufgestellt und dem Stationskommando Ostsee unterstellt. Am 24.09.1933 erfolgte ihre Auflösung. Die zur Flottille ursprünglich zählende 1. und 2. Torpedobootshalbflottille wurden unter die Führung des Führers der Torpedoboote (F.d.T.) gestellt.
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| colspan="3" | Die 1. Torpedobootsflottille war ein traditionsreicher Verband, dessen Geschichte die Entwicklung von der Kaiserlichen Marine über die Reichsmarine bis hin zur Kriegsmarine widerspiegelt.
 
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| colspan="3" | Am 01.10.1935 wurde die 1. Torpedobootsflottille aus der 1. Torpedobootshalbflottille neu aufgestellt. Am 04.07.1936 wurde die Flottille bereits wieder aufgelöst. Das Flottillenkommando stellte die Ausbildungsabteilung der 1. Zerstörer-Division in Swinemünde auf.
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| colspan="3" | Erneut wurde die 1. Torpedobootsflottille am 01.10.1939 in Pillau aufgestellt, lag dann in Gotenhafen. Vom Sommer 1940 bis zum Frühjahr 1941 wurde die Flottille in der Nordsee sowohl für Minenunternehmungen sowie zu Geleitaufgaben eingesetzt als auch für kurzfristige Einsätze im Kanal eingesetzt. 1941 erfolgte die Verlegung in die Ostsee. Hier wurde die Flottille am 15.08.1941 aufgelöst. Mit der Auflösung der Flottille traten, mit Ausnahme von T 1, das zur TS-Fl. abgestellt wurde, die noch vorhandenen Boote zur [[2. Torpedobootsflottille]] (teilweise wurden sie vorübergehend außer Dienst gestellt).
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| colspan="3" | Die Flottille wurde bereits in der Kaiserlichen Marine als Offensivverband geführt. Nach dem Ersten Weltkrieg bildete sie in der Reichsmarine (ab 1921) den Kern der verbliebenen Torpedostreitkräfte. Ihr Hauptstützpunkt war über Jahrzehnte Swinemünde, wobei sie eng mit den Landstellen der 1. Marine-Nachrichtenabteilung zusammenarbeitete. Mit der Aufrüstung zur Kriegsmarine im Jahr 1935 wurde die Flottille modernisiert und personell massiv erweitert.
 
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| colspan="3" | 1940 - 1941: Minenunternehmungen und Geleitaufgaben in der Nordsee, gelegentlich Stichfahrten im Kanal
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| Bundesarchiv, Signatur RM 37 || colspan="3" | Torpedoboote der Kriegsmarine. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]. Enthält Kriegstagebücher der 1. Flottille.
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/TFlottillen/TF1.htm| → 1. Torpedobootsflottille]
 
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Aktuelle Version vom 1. Februar 2026, 13:52 Uhr

Datenblatt 1. Torpedobootsflottille
Die 1. Torpedobootsflottille war ein traditionsreicher Verband, dessen Geschichte die Entwicklung von der Kaiserlichen Marine über die Reichsmarine bis hin zur Kriegsmarine widerspiegelt.
Historische Entwicklung und Standorte
Die Flottille wurde bereits in der Kaiserlichen Marine als Offensivverband geführt. Nach dem Ersten Weltkrieg bildete sie in der Reichsmarine (ab 1921) den Kern der verbliebenen Torpedostreitkräfte. Ihr Hauptstützpunkt war über Jahrzehnte Swinemünde, wobei sie eng mit den Landstellen der 1. Marine-Nachrichtenabteilung zusammenarbeitete. Mit der Aufrüstung zur Kriegsmarine im Jahr 1935 wurde die Flottille modernisiert und personell massiv erweitert.
Aufgaben und Einsatzprofil
Sicherung und Aufklärung: In der Friedenszeit der Reichsmarine dienten die Boote primär der Ausbildung und der Überwachung der Ostseezugänge.
Kriegseinsatz: Im Zweiten Weltkrieg wurde die Flottille für den Geleitschutz, die Minenlegung und offensive Vorstöße in der Nordsee und im Ärmelkanal eingesetzt.
Zusammenarbeit: Die Koordination mit Sicherungsverbänden wie dem Führer der Vorpostenboote West oder dem Führer der Minensuchboote Nord war fester Bestandteil der Einsatzbefehle.
Die Kommunikation erfolgte über den optischen Signaldienst und verschlüsselte Funkmeldungen.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Da Deutschland in der Reichsmarine offiziell keine U-Boote besitzen durfte, fungierte die 1. Torpedobootsflottille als essentielles taktisches und technisches Testfeld für die künftige U-Boot-Waffe. Seeoffiziere der Fähnrichskompanie erlernten hier auf den schnellen Einheiten die Grundlagen der Torpedometrik und Angriffsführung bei Nacht, was später das Fundament für den Torpedooffizierslehrgang und die Wolfsrudeltaktik bildete. Die navigatorische Härte im schnellen Verband forderte Höchstleistungen im Navigationslehrgang, die für die spätere Koppelnavigation auf getauchten Booten überlebenswichtig waren. Zudem sicherte die Flottille im Einsatz die Auslaufwege der Front-U-Boote gegen feindliche Zerstörer und Schnellboote ab.
Das Ende 1945
Gegen Kriegsende wurden die Boote der Flottille vor allem in der Ostsee eingesetzt, um die Rückführung von Truppen und Flüchtlingen zu sichern. Die verbliebenen Einheiten kapitulierten im Mai 1945. Ein Teil des Personals wurde in der Endphase in die Personalreserve überführt oder im infanteristischen Kompaniedienst an Land eingesetzt.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 37 Torpedoboote der Kriegsmarine. Direktrecherche Invenio. Enthält Kriegstagebücher der 1. Flottille.
Lexikon der Wehrmacht → 1. Torpedobootsflottille
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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