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Gasschutzlehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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| Bundesarchiv, Signatur RM 91 || colspan="3" | Dienststellen der U-Boot-Waffe. Dokumentiert die spezifischen Gasschutz-Vorschriften für den Dienst unter Wasser.
 
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 432 || colspan="3" | Gasschutzvorschrift für die Kriegsmarine. Das verbindliche Regelwerk für beide Epochen.
 
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Aktuelle Version vom 1. Februar 2026, 14:34 Uhr

Datenblatt Gasschutzlehrgang
Der Gasschutzlehrgang war eine obligatorische Ausbildung für alle Dienstgradgruppen, um die Besatzungen auf den Einsatz von chemischen Kampfstoffen sowie auf technische Gasunfälle an Bord vorzubereiten.
Entstehung in der Kaiserlichen Marine
In der Kaiserlichen Marine entwickelte sich der Gasschutz erst als Reaktion auf den Gaskrieg an der Westfront ab 1915. Die Ausbildung konzentrierte sich rein auf den Schutz vor chemischen Kampfstoffen.
Schwerpunkt: Die Soldaten lernten den Umgang mit den ersten primitiven Atemschutzmasken (Gasschutzhauben) und später mit der Gasschutzmaske 17.
U-Boot-Besonderheit: Auf den frühen U-Booten lag das Hauptaugenmerk auf dem Schutz vor Batteriegasen (Chlorgas), die bei Wassereinbruch in die Akkumulatoren entstanden.
Verfeinerung in der Reichsmarine
In der Reichsmarine wurde der Gasschutz methodisch perfektioniert. Da man einen künftigen Krieg mit massivem Einsatz von Giftgas fürchtete, wurde der Lehrgang für alle Mannschaften (vom Rekruten bis zum Obermatrosen) obligatorisch.
Inhalte: Die Ausbildung umfasste das Erkennen von Kampfstoffgruppen (Lungen- und Hautgifte) und das Training in speziellen Gaskammern, um das Vertrauen in die Maske unter Realbedingungen (meist mit Reizgas) zu stärken.
Land- und Borddienst: Der Lehrgang war Teil des Kompaniedienstes in den Schiffsstammabteilungen, wurde aber für den Dienst auf See (beispielsweise in der 1. Torpedobootshalbflottille) um spezifische Schiffs-Dekontaminationsübungen ergänzt.
Standard in der Kriegsmarine
Die Kriegsmarine übernahm diese Grundlagen fast unverändert. Jedes Besatzungsmitglied eines U-Bootes musste den Lehrgang absolvieren, bevor es zur Baubelehrung kommandiert wurde. Das Wissen war essenziell, um bei Bränden oder technischen Defekten in den engen Stützpunkten (wie dem U-Stützpunkt Bergen) handlungsfähig zu bleiben.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Auf U-Booten war der Gasschutz von existenzieller Bedeutung, da die Besatzung in einem hermetisch abgeschlossenen Raum operierte.
Batteriegase: Das wichtigste Szenario war der Schutz vor Chlorgas, das entsteht, wenn Seewasser in die Batterien eindringt. Jeder Obermatrose und Unteroffizier musste die Maske blind anlegen können, um das Boot auch bei Gasaustritt manövrierfähig zu halten.
Abgase und Kohlenmonoxid: Der Lehrgang vermittelte das Wissen über die Gefahren von Dieselabgasen bei Fehlfunktionen der Lüftungsanlage, was besonders bei langen Tauchfahrten kritisch war.
Tauchretter-Synergie: Die Ausbildung war eng mit dem Tauchretter-Training verknüpft, da der Tauchretter im Notfall auch als Atemschutzgerät gegen Brandgase genutzt wurde. Kommandanten und Wachoffiziere trugen die Verantwortung dafür, dass die Gasdisziplin an Bord der U-Boote (beispielsweise in den Stützpunkten wie dem U-Stützpunkt Bergen) jederzeit gewahrt blieb.
Stellung in der Laufbahn
Der erfolgreiche Abschluss wurde in der Personalakte (Bestand Pers 6) dokumentiert. Er war Voraussetzung für die Versetzung zu einer Frontflottille und wurde im Rahmen des Kompaniedienstes regelmäßig durch Wiederholungskurse aufgefrischt.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 11 Schiffsstamm- und Ausbildungseinheiten. Direktrecherche Invenio. Enthält Lehrgangspläne zum Gasschutz.
Bundesarchiv, Signatur RM 91 Dienststellen der U-Boot-Waffe. Dokumentiert die spezifischen Gasschutz-Vorschriften für den Dienst unter Wasser.
Marine-Dienstvorschrift Nummer 432 Gasschutzvorschrift für die Kriegsmarine. Das verbindliche Regelwerk für beide Epochen.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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