Aktionen

1. Minensuchhalbflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |  
+
|
 
+
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
{| class="wikitable"
 
 
|-
 
|-
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:75%" |
 
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
! Datenblatt
+
! Verband
! '''1. Minensuchhalbflottille'''
+
! 1. Minensuchhalbflottille
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 15: Zeile 14:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die 1. Minensuchhalbflottille war ein kleinerer, taktischer Verband von Minensuchbooten, der primär in der Reichsmarine und in der frühen Phase der Kriegsmarine zur Sicherung der Küstengewässer und zur Minenabwehr eingesetzt wurde.
+
| colspan="3" | Die 1. Minensuchhalbflottille war ein traditionsreicher Verband, der den Kern der deutschen Minensuchstreitkräfte in der Zwischenkriegszeit bildete. Sie war maßgeblich an der Räumung der Altlasten des Ersten Weltkriegs sowie an der Erprobung neuer Räumtaktiken beteiligt und diente als personelle Keimzelle für die späteren Sicherungsverbände der Kriegsmarine.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 21: Zeile 20:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Organisation und Aufgaben
+
! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Eine Halbflottille bestand in der Regel aus vier bis fünf Booten und wurde eingesetzt, wenn die Aufteilung einer vollen Flottille für regionale Sicherungsaufgaben notwendig war. Die Hauptaufgabe lag im Absuchen von Seewegen nach Minen, dem Geleitschutz für Handelsschiffe und der Sicherung von Übungsgebieten in der Ostsee. Die Einheiten dienten zudem als Ausbildungsschiffe, auf denen das Personal (beispielsweise künftige Obermatrosen) die praktische Seemannschaft und den Signaldienst unter Realbedingungen erlernte.
+
| Aufstellung: || colspan="3" | Formiert nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Rahmen der Neuorganisation der Reichsmarine.
 
|-
 
|-
| ||
+
| Standorte: || colspan="3" | Hauptstützpunkte in Pillau (Ostpreußen) und später in Kiel.
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Bedeutung für die Flotte
+
| Unterstellung: || colspan="3" | Befehlshaber der Minensuchbootsflottillen (B.d.M.).
 
|-
 
|-
| ||
+
| Ausstattung: || colspan="3" | Flachgehende Minensuchboote (F-Boote) und Minensuchboote vom Typ 1916 (z. B. M 111, M 132, M 146).
 
|-
 
|-
| colspan="3" | In der Zeit der Reichsmarine bildeten diese Verbände das Rückgrat der permanenten Präsenz auf See. Sie hielten die Verbindung zu den Landstellen der 1. Marine-Nachrichtenabteilung und stellten sicher, dass die schmalen Fahrwasser der Ostsee für die Schiffe der Flotte passierbar blieben. Viele Offiziere, die später auf Booten vom Typ VII C oder Typ XXI dienten, erhielten hier ihre erste bordpraktische Einweisung als Wachgänger.
+
| Umgliederung: || colspan="3" | Am 01.10.1937 Erweiterung und Umbenennung zur 1. Minensuchflottille.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Technische Ausstattung
+
! colspan="3" | Aufgaben & Spezialisierung
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Der Verband nutzte meist Boote der älteren Bauarten (beispielsweise vom Typ 1916), die sich durch ihre Robustheit und Hochseetauglichkeit auszeichneten. Diese Schiffe waren mit mechanischen Räumgeräten (Scherdrachen) ausgestattet, um Ankertauminen zu kappen und unschädlich zu machen.
+
| Räumdienst: || colspan="3" | Systematische Säuberung der Nord- und Ostsee von Minensperren des Ersten Weltkriegs in den 1920er und frühen 1930er Jahren.
 
|-
 
|-
| ||
+
| Erprobung: || colspan="3" | Einsatz als Versuchsverband für neuartige Räumgeräte und taktische Verfahren zur Minenabwehr.
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Das Ende
+
| Ausbildung: || colspan="3" | Zentrale Schulungsstätte für Offiziere und Mannschaften der Sperrwaffenlaufbahn.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Das Ende der 1. Minensuchhalbflottille war weniger ein gewaltsames Schicksal als vielmehr ein organisatorischer Übergang im Zuge der massiven Aufrüstung der deutschen Marine.
+
! colspan="3" | Spezifische Besonderheiten
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Teilung und Aufstieg (Oktober 1933):
+
| Pillau-Faktor: || colspan="3" | Einzige permanente Sicherungseinheit für den Seeweg nach Ostpreußen während der Korridor-Zeit.
|-
 
| ||
 
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Der Verband endete am 01.10.1933 in seiner Form als Halbflottille. Da die Einheit über die Jahre von vier auf acht Boote angewachsen war, wurde sie geteilt, um die 1. Minensuchflottille und die 2. Minensuchflottille neu aufzustellen.
+
| Tiefgang-Vorteil: || colspan="3" | Einsatz des Typs 1916 mit geringem Tiefgang, ideal für die Küstensicherung und Überwachung flacher Ausbildungsreviere der U-Boot-Waffe.
 
|-
 
|-
| ||
+
| Taktik-Pionier: || colspan="3" | Perfektionierung des Scherdrachen-Räumverfahrens zur Tiefensteuerung der Räumkabel in variablen Wassertiefen.
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Verlegung:
+
| Personalstruktur: || colspan="3" | Hoher Grad an Spezialisierung; personelle Keimzelle für das nautische Führungspersonal der frühen U-Boot-Waffe.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Mit dieser Umstrukturierung wurde die neue 1. Minensuchflottille von ihrem bisherigen Standort Kiel nach Pillau verlegt.
+
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Ausrüstung:
+
| Sicherung der Gewässer: || colspan="3" | Gewährleistung der Minenfreiheit in den Übungsgebieten der Ostsee, was den gefahrlosen Betrieb der späteren Unterseeboot-Lehrdivisionen (U.L.D.) ermöglichte.
 
|-
 
|-
| ||
+
| Kaderschmiede: || colspan="3" | Zahlreiche Spezialisten und Offiziere wechselten von der Halbflottille zur U-Boot-Waffe; ihre nautische Erfahrung in schwierigen Gewässern war dort hochgeschätzt.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Zum Zeitpunkt ihrer Auflösung/Umwandlung war die Halbflottille noch mit den alten Minensuchbooten der Kaiserlichen Marine (Typ 1915/1916) ausgerüstet.
+
| Taktikgrundlagen: || colspan="3" | Die hier entwickelten Geleitverfahren bildeten die Basis für den Schutz der Front-U-Boote bei der Passage gefährdeter Küstenzonen.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Tradition:  
+
! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Der Begriff der „Halbflottille“, der noch aus der kaiserlichen Marine stammte (wo zwei Halbflottillen eine Flottille bildeten), verschwand damit weitgehend aus der aktiven Verbandsbezeichnung dieser Einheiten.  
+
| BArch RM 69 / 1 || colspan="3" | Kriegstagebuch und Akten der 1. Minensuchflottille (Übergabeprotokolle aus der Zeit der Halbflottille).
 
|-
 
|-
| ||
+
| BArch RM 61 || colspan="3" | Akten des Führers der Minensuchboote (Organisatorische Entwicklung der Halbflottillen).
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Bedeutung für die Nachfolgeverbände
+
| BArch RM 20 / 893 || colspan="3" | Unterlagen zur Zusammenarbeit zwischen Sicherungsstreitkräften und der U-Boot-Führung.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die aus der Halbflottille hervorgegangene 1. Minensuchflottille blieb bis zum Kriegsende im Mai 1945 aktiv. Sie nahm unter anderem an der Besetzung Norwegens (April 1940) teil und leistete Sicherungsdienste in der Nordsee sowie vor Holland und Frankreich.
+
! colspan="3" | Literaturverweise
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| ||  
+
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel über Minensuchverbände).
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenangabe
+
| Gröner, Erich || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 2, technische Daten zum Typ 1916).
 
|-
 
|-
| ||
+
| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
|-
+
|-  
| Bundesarchiv, Signatur RM 20 || colspan="3" | Dienststellen der Reichsmarine - Invenio Online-Recherche. Enthält allgemeine Aufstellungspläne und Verwendungsberichte für Minensuchverbände der Zwischenkriegszeit.
+
| ||
|-
 
| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | → [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Minensucher/1MinSuch.htm| 1. Minensuchhalbflottille]
 
 
|-
 
|-
| ||
+
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" |
 
! colspan="3" |
Zeile 109: Zeile 104:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
+
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|-
 
| ||
 
|-
 
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
 
|-
 
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
|-
 
|-
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 15:31 Uhr

Verband 1. Minensuchhalbflottille
Die 1. Minensuchhalbflottille war ein traditionsreicher Verband, der den Kern der deutschen Minensuchstreitkräfte in der Zwischenkriegszeit bildete. Sie war maßgeblich an der Räumung der Altlasten des Ersten Weltkriegs sowie an der Erprobung neuer Räumtaktiken beteiligt und diente als personelle Keimzelle für die späteren Sicherungsverbände der Kriegsmarine.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Formiert nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Rahmen der Neuorganisation der Reichsmarine.
Standorte: Hauptstützpunkte in Pillau (Ostpreußen) und später in Kiel.
Unterstellung: Befehlshaber der Minensuchbootsflottillen (B.d.M.).
Ausstattung: Flachgehende Minensuchboote (F-Boote) und Minensuchboote vom Typ 1916 (z. B. M 111, M 132, M 146).
Umgliederung: Am 01.10.1937 Erweiterung und Umbenennung zur 1. Minensuchflottille.
Aufgaben & Spezialisierung
Räumdienst: Systematische Säuberung der Nord- und Ostsee von Minensperren des Ersten Weltkriegs in den 1920er und frühen 1930er Jahren.
Erprobung: Einsatz als Versuchsverband für neuartige Räumgeräte und taktische Verfahren zur Minenabwehr.
Ausbildung: Zentrale Schulungsstätte für Offiziere und Mannschaften der Sperrwaffenlaufbahn.
Spezifische Besonderheiten
Pillau-Faktor: Einzige permanente Sicherungseinheit für den Seeweg nach Ostpreußen während der Korridor-Zeit.
Tiefgang-Vorteil: Einsatz des Typs 1916 mit geringem Tiefgang, ideal für die Küstensicherung und Überwachung flacher Ausbildungsreviere der U-Boot-Waffe.
Taktik-Pionier: Perfektionierung des Scherdrachen-Räumverfahrens zur Tiefensteuerung der Räumkabel in variablen Wassertiefen.
Personalstruktur: Hoher Grad an Spezialisierung; personelle Keimzelle für das nautische Führungspersonal der frühen U-Boot-Waffe.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sicherung der Gewässer: Gewährleistung der Minenfreiheit in den Übungsgebieten der Ostsee, was den gefahrlosen Betrieb der späteren Unterseeboot-Lehrdivisionen (U.L.D.) ermöglichte.
Kaderschmiede: Zahlreiche Spezialisten und Offiziere wechselten von der Halbflottille zur U-Boot-Waffe; ihre nautische Erfahrung in schwierigen Gewässern war dort hochgeschätzt.
Taktikgrundlagen: Die hier entwickelten Geleitverfahren bildeten die Basis für den Schutz der Front-U-Boote bei der Passage gefährdeter Küstenzonen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 69 / 1 Kriegstagebuch und Akten der 1. Minensuchflottille (Übergabeprotokolle aus der Zeit der Halbflottille).
BArch RM 61 Akten des Führers der Minensuchboote (Organisatorische Entwicklung der Halbflottillen).
BArch RM 20 / 893 Unterlagen zur Zusammenarbeit zwischen Sicherungsstreitkräften und der U-Boot-Führung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel über Minensuchverbände).
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 2, technische Daten zum Typ 1916).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132