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Kriegsmarine: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! Datenblatt
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! Organisation
! '''Kriegsmarine'''
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! '''Kriegsmarine (1935–1945)'''
 
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| colspan="3" | Die Kriegsmarine war die Bezeichnung für die deutschen Seestreitkräfte während der Ära des Nationalsozialismus (1935–1945). Sie ging am 21.05.1935 aus der Reichsmarine hervor und war neben dem Heer und der Luftwaffe ein eigenständiger Teil der Wehrmacht. Trotz eines massiven Aufrüstungsprogramms (Z-Plan) blieb sie den alliierten Flotten zahlenmäßig unterlegen, weshalb der Schwerpunkt ihrer Kriegführung im Zweiten Weltkrieg auf dem U-Boot-Krieg und der Störung alliierter Versorgungslinien lag.
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| colspan="3" | Die Kriegsmarine entstand 1935 durch die Umbenennung der Reichsmarine. Trotz ehrgeiziger Ausbaupläne (Z-Plan) blieb sie gegenüber der britischen Royal Navy zahlenmäßig unterlegen und konzentrierte sich im Verlauf des Zweiten Weltkriegs primär auf den U-Boot-Krieg und die Küstensicherung.
 
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
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! colspan="3" | Struktur und Führung
 
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| colspan="3" | Führung und Struktur: Das Oberkommando der Marine (O.K.M.) unterstand dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (bis 1943 Großadmiral Erich Raeder, danach Großadmiral Karl Dönitz). Operativ war die Marine in Gruppenkommandos (West, Nord, Süd, Ost) und spezialisierte Kommandobehörden wie den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) gegliedert.
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| Oberbefehlshaber: || colspan="3" | Großadmiral Erich Raeder (bis Januar 1943), gefolgt von Großadmiral Karl Dönitz (bis Mai 1945).
 
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| colspan="3" | Strategische Entwicklung: Während zu Beginn schwere Überwassereinheiten (Schlachtschiffe, Kreuzer) für den Handelskrieg im Atlantik favorisiert wurden, verlagerte sich die Strategie nach den Verlusten von 1941 fast vollständig auf die U-Boot-Waffe und die Kleinkampfverbände.
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| Führungsorgan: || colspan="3" | Oberkommando der Marine (OKM) mit Sitz in Berlin, später in die Bunkeranlage „Koralle“ bei Bernau verlegt.
 
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| colspan="3" | Das Ende: Mit der Gesamtkapitulation am 08.05.1945 hörte die Kriegsmarine als aktive Streitmacht auf zu existieren. Teile des Personals und der Schiffe wurden im Deutschen Minenräumdienst unter alliierter Kontrolle zur Räumung der Küstengewässer weiterverwendet.
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| Strategische Ausrichtung: || colspan="3" | Handelskrieg zur Unterbrechung der feindlichen Versorgungslinien, Küstenverteidigung und Unterstützung von Landoperationen (z. B. Unternehmen Weserübung).
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Die wichtigsten Waffengattungen
 
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| colspan="3" | Zentraler Pfeiler: Die U-Boot-Waffe entwickelte sich zum bedeutendsten Instrument der Kriegsmarine. Unter der Führung von Karl Dönitz wurde die Rudeltaktik perfektioniert, um die alliierten Geleitzüge im Nordatlantik zu bekämpfen.
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| U-Boot-Waffe: || colspan="3" | Das strategische Hauptinstrument ab 1940. Einsatz von „Wolfsrudeln“ gegen alliierte Geleitzüge im Atlantik unter der Führung des BdU.
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| Überwasserstreitkräfte: || colspan="3" | Einsatz schwerer Einheiten (Schlachtschiffe wie [[Bismarck]], [[Tirpitz]], [[Scharnhorst]]) als Einzelfahrer oder Kleingruppen.
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| Sicherungsverbände: || colspan="3" | Umfangreiche Flottillen von Minensuchern, Vorpostenbooten und Räumbooten zum Schutz der eigenen Küstengewässer.
 
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| colspan="3" | Technische Innovationen: Die Kriegsmarine trieb die Entwicklung revolutionärer Bootstypen (z. B. Typ XXI und XXIII) voran, die durch den Schnorchel und verbesserte Batterieleistung zu echten Unterseebooten wurden, statt nur tauchfähige Oberflächenschiffe zu sein.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Relevanz für die Ausbildung
 
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| B.Arch. RM 7 || colspan="3" | Akten der Seekriegsleitung (Zentrales Dokumentationsorgan für die strategische Planung).
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| Akademische Schmiede: || colspan="3" | Zentrale Ausbildung an der Marineschule Mürwik (M.S.M.) für den Seeoffiziersnachwuchs und an der Marineschule Kiel für technische Laufbahnen.
 
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| B.Arch. RM 6 || colspan="3" | Akten des Oberkommandos der Marine (Dokumentiert die Organisation und Verwaltung).
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| Spezialisierung: || colspan="3" | Streng hierarchisch gegliederte Fachlehrgänge (Torpedo, Artillerie, Nachrichtentechnik), die eine hohe Professionalisierung der Besatzungen sicherstellten.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 7 || colspan="3" | (Akten der Seekriegsleitung (Skl) zur operativen Gesamtführung der Kriegsmarine).
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| BArch RM 123 || colspan="3" | (Unterlagen der Ausbildungseinrichtungen und Lehrdivisionen zur Personalvorbereitung).
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | (Personalakten zur Dokumentation der individuellen Werdegänge innerhalb der Kriegsmarine).
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Standardwerk zur Gliederung und Stellenbesetzung).
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Hildebrand / Röhr / Steinmetz || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien - ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart.
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| Mallmann Showell, Jak P. || colspan="3" | Das Buch der deutschen Kriegsmarine 1935–1945.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Das Standardwerk zur Gliederung, Personalbesetzung und Organisation).
 
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| Potter, E. B. / Nimitz, C. W. || colspan="3" | "Seemacht: Eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart" (Einordnung der Kriegsmarine in den globalen Kontext).
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 16:02 Uhr

Organisation Kriegsmarine (1935–1945)
Die Kriegsmarine entstand 1935 durch die Umbenennung der Reichsmarine. Trotz ehrgeiziger Ausbaupläne (Z-Plan) blieb sie gegenüber der britischen Royal Navy zahlenmäßig unterlegen und konzentrierte sich im Verlauf des Zweiten Weltkriegs primär auf den U-Boot-Krieg und die Küstensicherung.
Struktur und Führung
Oberbefehlshaber: Großadmiral Erich Raeder (bis Januar 1943), gefolgt von Großadmiral Karl Dönitz (bis Mai 1945).
Führungsorgan: Oberkommando der Marine (OKM) mit Sitz in Berlin, später in die Bunkeranlage „Koralle“ bei Bernau verlegt.
Strategische Ausrichtung: Handelskrieg zur Unterbrechung der feindlichen Versorgungslinien, Küstenverteidigung und Unterstützung von Landoperationen (z. B. Unternehmen Weserübung).
Die wichtigsten Waffengattungen
U-Boot-Waffe: Das strategische Hauptinstrument ab 1940. Einsatz von „Wolfsrudeln“ gegen alliierte Geleitzüge im Atlantik unter der Führung des BdU.
Überwasserstreitkräfte: Einsatz schwerer Einheiten (Schlachtschiffe wie Bismarck, Tirpitz, Scharnhorst) als Einzelfahrer oder Kleingruppen.
Sicherungsverbände: Umfangreiche Flottillen von Minensuchern, Vorpostenbooten und Räumbooten zum Schutz der eigenen Küstengewässer.
Relevanz für die Ausbildung
Akademische Schmiede: Zentrale Ausbildung an der Marineschule Mürwik (M.S.M.) für den Seeoffiziersnachwuchs und an der Marineschule Kiel für technische Laufbahnen.
Spezialisierung: Streng hierarchisch gegliederte Fachlehrgänge (Torpedo, Artillerie, Nachrichtentechnik), die eine hohe Professionalisierung der Besatzungen sicherstellten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 (Akten der Seekriegsleitung (Skl) zur operativen Gesamtführung der Kriegsmarine).
BArch RM 123 (Unterlagen der Ausbildungseinrichtungen und Lehrdivisionen zur Personalvorbereitung).
BArch PERS 6 (Personalakten zur Dokumentation der individuellen Werdegänge innerhalb der Kriegsmarine).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Das Standardwerk zur Gliederung, Personalbesetzung und Organisation).
Potter, E. B. / Nimitz, C. W. "Seemacht: Eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart" (Einordnung der Kriegsmarine in den globalen Kontext).
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