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Schützenlehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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! '''Schützenlehrgang (Infanterie und Flak)'''
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| colspan="3" | Der Schützenlehrgang (Infanteristisch und Flak) war für Offiziere der Reichs- und Kriegsmarine die fundamentale Ausbildung an Handfeuerwaffen und leichten Flak-Geschützen.
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| colspan="3" | Der Schützenlehrgang bildete für Offiziere der Reichs- und Kriegsmarine die fundamentale Ausbildung an Handfeuerwaffen und leichten Flugabwehr-Geschützen. Er vermittelte die notwendige Waffenfertigkeit und ballistische Grundkenntnisse, um Personal im infanteristischen Landeinsatz zu führen oder die Feuerleitung schiffsgestützter Flak-Waffen eigenständig zu übernehmen.
 
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! colspan="3" | Reichsmarine (1921–1935)
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! colspan="3" | Historische Entwicklung & Waffenführung
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| colspan="3" | Aufgrund des Versailler Vertrags waren schwere Waffen begrenzt, weshalb die Ausbildung an leichten Waffen (Karabiner 98k, Pistole 08, frühe Maschinengewehre) extrem intensiviert wurde. Ein künftiger Kommandant der Crew 25 oder Crew 30 lernte hier absolute Präzision. Der Lehrgang fand oft in den Schiffsstammabteilungen oder an der Marineartillerieschule Kiel statt. Das Ziel war die Befähigung zum Zugführer, um Matrosen und Obermatrosen im infanteristischen Landeinsatz oder im Objektschutz von Küstenfunkstellen der 1. Marine-Nachrichtenabteilung zu führen.
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| Reichsmarine: || colspan="3" | Aufgrund des Versailler Vertrags Fokus auf leichten Waffen (Karabiner 98k, Pistole 08, MG 13). Intensive Ausbildung in den Schiffsstammabteilungen zur Befähigung als Zugführer im Objektschutz.
 
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| Kriegsmarine: || colspan="3" | Ausbau zur Basis für die moderne Flugabwehr. Auffrischungskurse für neue Waffensysteme wie die 2 cm Flak 38 und die 3,7 cm Flak M42 zur Abwehr tieffliegender Seeziele.
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| Ballistik-Drill: || colspan="3" | Schulung in Vorhaltemaßen und Flugbahnberechnung. Offiziere lernten die Wirkungsweise verschiedener Munitionsarten (Sprengbrand-, Panzer- und Leuchtspurmunition).
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| Führung an Land: || colspan="3" | Ausbildung zur taktischen Führung von Marine-Schützen-Zügen bei der Verteidigung von Küstenfunkstellen und Hafenanlagen der Marine-Nachrichtenabteilungen.
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! colspan="3" | Übergang und Anwendung in der Kriegsmarine
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| colspan="3" | In der Kriegsmarine wurde dieser Lehrgang zur Basis für die Flugabwehr. Offiziere, die bereits in der Reichsmarine als Flaggleutnant oder Signaloffizier gedient hatten, besuchten Auffrischungskurse für die neuen 2 cm Flak 38 und 3,7 cm Flak. Für den Einsatz auf U-Booten war die Beherrschung dieser Waffen lebenswichtig, da der Kommandant auf der Brücke oft selbst die Feuerleitung der Flak übernahm.
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| Brückenfeuerleitung: || colspan="3" | Für den Kommandanten war die Beherrschung der Flak lebenswichtig, da er auf der Brücke oft unmittelbar die Feuerleitung gegen angreifende Flugzeuge koordinieren musste.
 
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| Typ [[XXI]] Spezifik: || colspan="3" | Notwendiges Verständnis für automatische Waffen zum Betrieb der ferngesteuerten 3 cm Flak-Zwillinge in den Türmen der modernen Boote vom Typ [[XXI]].
 
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! colspan="3" | Bedeutung für den U-Boot-Typ XXI
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| Objektschutz: || colspan="3" | Befähigung der Besatzungen zur infanteristischen Verteidigung der U-Boot-Bunkerstützpunkte (z. B. in Lorient oder St. Nazaire) gegen Kommando-Unternehmen.
 
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| colspan="3" | Bei den modernen Booten vom Typ XXI wurde das im Schützenlehrgang erlernte Verständnis für automatische Waffen benötigt, um die hochkomplexen, ferngesteuerten 3 cm Flak-Zwillinge in den Türmen zu verstehen. Kommandanten mit Reichsmarine-Hintergrund nutzten ihre Erfahrung in der Ballistik, um die technischen Neuerungen taktisch effektiv einzusetzen.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen und Lehrdivisionen (Lehrgangspläne für die Schießausbildung an Handwaffen und Flak).
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die infanteristische Ausbildung des Seeoffiziersnachwuchses.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten von U-Boot-Kommandanten (Nachweise über absolvierte Schützen- und Flacklehrgänge).
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 20 || colspan="3" | Dienststellen der Reichsmarine. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Dokumentiert die Schießvorschriften und Lehrgangspläne der 1920er Jahre.
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| Bundesarchiv, Signatur Pers 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren. Hier sind die Schießbucheinträge und Qualifikationen der Kommandanten aus ihrer Zeit als Seekadett oder Fähnrich zur See hinterlegt.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Ausbildung an Waffen und Gerät).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Details zur Flak-Bewaffnung der Boote).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext zur Laufbahnstruktur und Spezialisierung).
 
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 13:32 Uhr

Ausbildung Schützenlehrgang (Infanterie und Flak)
Der Schützenlehrgang bildete für Offiziere der Reichs- und Kriegsmarine die fundamentale Ausbildung an Handfeuerwaffen und leichten Flugabwehr-Geschützen. Er vermittelte die notwendige Waffenfertigkeit und ballistische Grundkenntnisse, um Personal im infanteristischen Landeinsatz zu führen oder die Feuerleitung schiffsgestützter Flak-Waffen eigenständig zu übernehmen.
Historische Entwicklung & Waffenführung
Reichsmarine: Aufgrund des Versailler Vertrags Fokus auf leichten Waffen (Karabiner 98k, Pistole 08, MG 13). Intensive Ausbildung in den Schiffsstammabteilungen zur Befähigung als Zugführer im Objektschutz.
Kriegsmarine: Ausbau zur Basis für die moderne Flugabwehr. Auffrischungskurse für neue Waffensysteme wie die 2 cm Flak 38 und die 3,7 cm Flak M42 zur Abwehr tieffliegender Seeziele.
Ballistik-Drill: Schulung in Vorhaltemaßen und Flugbahnberechnung. Offiziere lernten die Wirkungsweise verschiedener Munitionsarten (Sprengbrand-, Panzer- und Leuchtspurmunition).
Führung an Land: Ausbildung zur taktischen Führung von Marine-Schützen-Zügen bei der Verteidigung von Küstenfunkstellen und Hafenanlagen der Marine-Nachrichtenabteilungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Brückenfeuerleitung: Für den Kommandanten war die Beherrschung der Flak lebenswichtig, da er auf der Brücke oft unmittelbar die Feuerleitung gegen angreifende Flugzeuge koordinieren musste.
Typ XXI Spezifik: Notwendiges Verständnis für automatische Waffen zum Betrieb der ferngesteuerten 3 cm Flak-Zwillinge in den Türmen der modernen Boote vom Typ XXI.
Objektschutz: Befähigung der Besatzungen zur infanteristischen Verteidigung der U-Boot-Bunkerstützpunkte (z. B. in Lorient oder St. Nazaire) gegen Kommando-Unternehmen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marineschulen und Lehrdivisionen (Lehrgangspläne für die Schießausbildung an Handwaffen und Flak).
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die infanteristische Ausbildung des Seeoffiziersnachwuchses.
BArch PERS 6 Personalakten von U-Boot-Kommandanten (Nachweise über absolvierte Schützen- und Flacklehrgänge).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Ausbildung an Waffen und Gerät).
Rössler, Eberhard "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Details zur Flak-Bewaffnung der Boote).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext zur Laufbahnstruktur und Spezialisierung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132